75 Jahre DASV

Liebe Freunde der Postgeschichte,
das Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen des DASV erforderte außergewöhnliche und standesgemäße Veranstaltungen, um diesen bemerkenswerten Anlass in der gebotenen Form zu würdigen. In der Rückschau lässt sich feststellen, dass sich die teilweise sehr arbeitsintensiven Initiativen und Aktivitäten zu den Feierlichkeiten gelohnt haben und deren Realisierung in jeder Hinsicht gelungen ist. All das Geleistete war in besonderem Maße dazu geeignet, das Image des DASV auf nationaler wie auch internationaler Ebene zu fördern. Als Präsident einer der führenden internationalen Vereinigungen für Postgeschichte bin ich stolz auf das Ergebnis und auf die durchweg positive Resonanz, welche uns bis dato erreichte.

Jahre DASV

Was über die gute Erinnerung hinaus bleiben wird ist das neu aufgebaute DASV-Archiv (Auszüge hiervon wurden beim DASV-Salon in einer Sondervitrine gezeigt) und die hervorragende Festschrift zum DASV-Jubiläum. Unser besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang unserem Schriftleiter Heinrich MIMBERG. Auf 288 Seiten findet sich neben zahlreichen wissenswerten Informationen eine optimale Aufarbeitung der DASV-Geschichte und lesenswerte Fachbeiträge unterschiedlichster Couleur. Dank der Finanzierung inklusive der drucktechnischen Umsetzung durch das Auktionshaus GÄRTNER können wir dieses empfehlenswerte Werk für Mitglieder „zum Schleuderpreis“ von 15.– € zuzüglich Versandkosten anbieten. Hierfür geht unser Dank nochmals nach Bietigheim-Bissingen und an die Autoren für ihre kompetenten Beiträge.  Bestellungen hierzu bei Heinrich MIMBERG unter Schriftleiter@dasv-postgeschichte.de.

Für sein Engagement zur DASV-Festschrift und für die Grundlagenarbeit zum Neuaufbau des DASV-Archivs hat der DASV-Vorstand das „ungeschriebene Gesetz“ gebrochen, ein aktives Vorstandsmitglied mit einer vereinsinternen Auszeichnung zu ehren und die DASV-Plakette 2016 folgerichtig an Heinrich MIMBERG verliehen. Diese Überraschung ist bei dem mit weit mehr als 60 Teilnehmern sehr gut angenommenen „Gemeinsamen Abend mit Freunden“ in der Gaststätte „Culinarium“ in Altdorf gelungen. Ein idealer gesellschaftlicher Auftakt in einem ungezwungenen, ansprechenden Ambiente bei bester Laune und guter Verköstigung in einem internationalen Kreis.

Der hochklassige Salon zum DASV-Jubiläum war auf einer Sonderfläche im 1. OG der Messehalle gut platziert. Neben einführenden Informationen und diversen Vereinsurkunden präsentierten hier unsere Mitglieder
Wolfgang BAUER, Günter BAURECHT, Hans-Albert BREMER, Ulrich BRUNKE, Dr. Martin CAMERER, Dr. Heinrich CONZELMANN, Uwe DECKER, Robert FÜRBETH, Dr. Gertlieb GMACH, Fritz HEIMBÜCHLER, Jürgen HERBST, Thomas HÖPFNER, Karl HUBER, Arnim KNAPP, Eberhard LAUTSCH, Patrick MASELIS, Dr. Thomas MATHÁ, Friedrich MEYER, Dieter MICHELSON, Heinrich MIMBERG, Björn ROSENAU, Michael SCHEWE, Klaus SCHÖPFER, Hans-Joachim SCHWOON, Dr. Ernst-Otto SIEGMANN, René SIMMERMACHER, Renate und Christian SPRINGER, Wim STRONKHORST, Klaus WEIS und Dr. Hans WILDERBEEK insgesamt 110 Rahmen mit Exponaten, welche teilweise bereits auf Weltausstellungen zu höchsten Ehren gekommen waren.

Der DASV-Salon zeigte einen idealen Mix zu den vielfältigen Sammelinteressen unserer Mitglieder sowohl im Hinblick auf die geografische wie auch zeitgeschichtliche Einordnung oder (grenz-)übergreifende Themen. All den vorgenannten Ausstellern, wie auch den Organisatoren Arnim KNAPP (der mehrere fremde Sammlungen persönlich nach Sindelfingen brachte) und Friedrich MEYER gilt unsere höchste Anerkennung. Das Vorbereiten der Ausstellungsblätter, der Transport der Sammlungen, das Versicherungsrisiko etc. – all das ist alles andere als selbstverständlich. Wir wissen das zu schätzen und haben unseren Ausstellern als kleines Dankeschön ein Gratis-Exemplar der Festschrift zukommen lassen.

Heinrich MIMBERG, Angelo TERUZZI, Neumitglied Adriano BERGAMINI,
Klaus WEIS und Giovanni NEMBRINI vor den Rahmen des DASV-Salons.

Als ideale Ergänzung zum DASV-Salon lud die von unserem Vorstandsmitglied Michael DICK hervorragend gestaltete Non-Stopp-Powerpoint-Präsentation in einem gesonderten Sitzbereich zum Verweilen ein. Auch diese Initiative mit Anschaffung eines extra großen Bildschirms darf als gelungen betrachtet werden und bietet Optionen für die Zukunft. In unmittelbarer Reichweite befand sich darüber hinaus der DASV-Stand mit gemütlichen Sitzbereich und kostenlosen Kaltgetränken im Angebot.

Dieter MICHELSON sagt hin und wieder: „der DASV sei so etwas wie die Royal Philatelic Society London von Deutschland“. Es gibt sicherlich einige Parallelen, aber ehrlich gesagt möchten wir uns nicht auf eine Ebene mit der Royal stellen, denn uns fehlt ein Hauptquartier wie die No. 41 Devonshire Place. Der DASV hat also eigentlich gar kein richtiges Zuhause. Der Vereinssitz ist nominell in Frankfurt, faktisch beim Präsidenten. Unsere „Spielwiese“ ist und bleibt hoffentlich noch lange Zeit in Sindelfingen, wo die alljährlich stattfindende „Postgeschichte live“ im Rahmen der Briefmarkenbörse eine hervorragende Plattform bietet. Das war auch in diesem Jahr der Fall und wir konnten die erwartet guten Rahmenbedingungen für die gebotene Darstellung diverser Bausteine zum DASV-Jubiläum vorfinden.

Der „Große Festabend des DASV“ stellte sich in diesem Jahr etwas anders dar, als es die meisten von uns aus der Vergangenheit gewohnt sind. Bei Einlass in den Festsaal wurden die Gästen aus Nah und Fern von Ehrenpräsident Heinz OHLER mit Gattin und von meiner Frau Sabine und mir persönlich begrüßt. Dazu wurde für den Einstieg in diesen besonderen Abend ein Gläschen Sekt angeboten. Die Freude über das persönliche Wiedersehen – hier mit dem Ehepaar Renate und Christian SPRINGER zeigt das nebenstehende Foto auf eindrucksvolle Weise.

Den internationalen Charakter der Veranstaltung belegen die zahlreichen Gäste aus Belgien, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Ungarn.

Patrick MASELIS, der Präsident des Club de Monte-Carlo und designierte Präsident der Royal Philatelic Society London machte ebenso seine Aufwartung wie nach dem Jahre 2012 wieder einmal eine starke Delegation der Associazione Italiana di Storia Postale mit ihrem Vizepräsidenten Frederico BORROMEO, Lorenzo CARRA und dem „frischgebackenen“ A.I.E.P.-Präsidenten Dr. Thomas MATHÁ.

 

Den deutlich mehr als 110 Gästen war schon durch die besondere Tischordnung Rechnung getragen: zwei parallel gestellte lange Tafeln, flankiert von jeweils drei runden 10er-Tischen vermittelten eine bis dato nicht gekannte Raumsituation. Am Ende der Tafeln fand sich der Platz für das Rednerpult und die musikalische Unterhaltung.

Weitere Impressionen zum DASV-Festabend:

Festansprachen und Grußworte von Uwe DECKER für den BDPh, Dr. Hadmar FRESACHER für Österreich, Hans SCHWARZ für die Schweiz und Patrick MASELIS für die RPSL und das Harfenduo „Harpalando“, deren Spiel den würdigen Rahmen der Veranstaltung förderte.

Neben der Anwesenheit so vieler verdienter Freunde, altbekannter wie auch neuer Mitglieder aus dem In- und Ausland war es eine ganz besondere Freude, unsere Ehrenmitglieder Ute BRUNNERT, Dr. Heinz JAEGER, unseren langjährigen Sekretär Dieter HUTTERER und unseren Ehrenpräsidenten Heinz OHLER begrüßen zu dürfen. Die Präsenz all der genannten wie auch der nicht genannten Personen zeigt den besonderen Stellenwert des DASV und die hohe Akzeptanz der aktuellen Vereinsentwicklung.

Ein gut gelaunter Thomas HÖPFNER moderierte den DASV-Festabend in einer sympathisch gekonnten Art und Weise. Das Bild rechts zeigt Georges SCHILD nach der wichtigen Ehrung mit der SAVO-Plakette 2016 für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Postgeschichte, insbesondere für die tiefgreifende Forschung zur Kriegsgefangenenpost vom Siebenjährigen Krieg bis zum zweiten Weltkrieg und zu den Schweizer Ganzsachen, für diesbezügliche Publikationen und Sammlungen.

Die selten verliehene Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette 2016 ging an Patrick MASELIS, den Präsidenten des Club de Monte-Carlo und designierten Präsidenten der Royal Philatelic Society London sowohl in seiner Eigenschaft als internationale Führungskraft der Philatelie, für herausragende Leistungen bei der Erforschung der Philatelie und Postgeschichte Belgiens inklusive Kolonien, wie auch für seine wirksame und umfassende Förderung der Postgeschichte. Das mit einem persönlichen Geschenk verbundene Dankeschön galt dem Laudator Dieter MICHELSON, der bereits die Laudatio zu der im Jahre 2014 an Chris KING verliehene Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette verfasst hatte.

Ein Dankeschön in Form eines attraktiven DASV-Tellers ging an Christoph GÄRTNER für die arbeitsintensive, hauseigene Realisierung und das generöse Sponsoring des 504 Seiten starken Grundlagenwerkes „Die Umgestaltung des deutschen Postwesens zwischen der Französischen Revolution (1792) und dem Wiener Kongress (1814/1815)“ des bekannten Autors und Vorphilatelie-Experten Horst DIEDERICHS, welches den Teilnehmern des DASV-Festabends zur Erinnerung an eine denkwürdige Veranstaltung  als Geschenk mit auf den Weg gegeben wurde.

 

 

Ein augenscheinlich rundum zufriedenes „Präsidentenpaar“ wird diesen außergewöhnlichen Abend sicherlich noch lange in Erinnerung behalten – ebenso wie die beiden Projektleiter der Messe Sindelfingen Martina KAISER und Jan BILLION (hier am Präsidententisch). Wie in der Fachpresse bereits festgestellt war diese Veranstaltung der gesellschaftliche Höhepunkt der Briefmarkenbörse Sindelfingen.

 

 

Auch das von mir bereits seit Jahren geleitete Symposium der „Postgeschichte live“ avancierte einmal mehr zu einer DASV-Veranstaltung. Trotz des zeitgleich stattfindenden A.I.E.P.-Kongresses – bei dem DASV-Mitglied Thomas MATHÁ zum neuen Präsidenten ge-wählt wurde – fanden sich zeitweise über 50 Gäste ein, um den kompetenten Vorträgen von Hans-Michael KRUG, Georg MEHRTENS und Paul WIJNANTS aufmerksam zu folgen. Die starken Besucherzahlen und die ungebrochen gute Qualität der Vorträge belegen die Bedeutung des Symposiums als wichtigen Baustein der „Postgeschichte live“. Die Vielfalt der behandelten Themen geben neue Impulse und Anregungen, selbst wenn sich der Gast nicht sofort mit seinem eigenen Sammelgebiet in einem Vortrag wiederfindet.

Die „Internationalen deutschen Meisterschaften der Postgeschichte“ brachten einen „Posthorn-Segen“ für DASV-Mitglieder. Allen mehr oder minder Erfolgreichen meinen Glückwunsch. Das Niveau der Exponate war hoch und den Ambitionen dieser Veranstaltung würdig. Die Ergebnisse sind im weiteren Rundbrief nachzulesen.

Um die Auswahl und die Vergabe des mit 250.– € dotierten DASV-Literaturpreises kümmerte sich erstmals hauptverantwortlich DASV-Vizepräsident Thomas HÖPFNER. Als Ressortleiter der Bundesstelle Ausstellungswesen und internationaler Juror hat sich Thomas HÖPFNER für diese Aufgabe geradezu prädestiniert.

Die Wahl fiel in diesem Jahr auf das hervorragend gelungene Werk „Österreichische und ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern 1782 – 1880 Band II: Konsulatsposttarife, Auslandsposttarife (1836, 1844, 1851) je mit internationalen Korrespondenzen, Postverträge, DDSG, Lloyd“ von Dr. Gertlieb GMACH, welches sicherlich in Bälde zur Standardliteratur dieses Sammelgebietes gehören wird.

Bei dem im Rahmen der Briefmarkenbörse in Sindelfingen erstmals ausgerichteten Literaturwettbewerb der Arbeitsgemeinschaften im Rang 1 erzielte der DASV eine Gold-Medaille für die DASV-Rundbriefe der Jahrgänge 2014/2015 und Großgold mit Ehrenpreis – sprich den Klassensieg – für das DASV-Postvertragsprojekt. Eine erneute Bestätigung für die hervorragende Arbeit der Verantwortlichen, denen ich an dieser Stelle hierzu ausdrücklich gratulieren möchte. Im Bild von links R. BUSCHHAUS und Michael LENKE bei der Ehrung durch Ausstellungsorganisator Alfred SCHMIDT für die DASV-Website www.postvertraege.de.

Die im Zusammenhang mit dem DASV-Jubiläum initiierte Sponsoring-Aktion brachte bis dato 8.606,60 €. Die Jubiläumsaktivitäten konnten somit finanziert werden. Der Überschuss wird voraussichtlich zu großen Teilen in das Postvertragsprojekt investiert werden.

Mein persönliches Ziel wurde zwar nicht ganz erreicht, aber das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen. Bemerkenswert finde ich insbesondere die Vielzahl der Sponsoren, die für die Solidarisierung und die Identifizierung unserer Mitglieder mit den Ambitionen unseres Vereins sprechen. Bei den Spendern handelt es sich um die nachfolgend genannten DASV-Mitglieder oder verbundenen Organisationen, bei denen ich mich auf diesem Weg nochmals ausdrücklich bedanken möchte. Als kleines Dankeschön wurde auch hier ein Gratis-Exemplar der Festschrift überlassen.

Vielleicht findet sich ja noch der ein oder andere generöse Zeitgenosse. Sollte die fünfstellige Schwelle erreicht sein, werde ich nochmals berichten.

Ihr
Klaus Weis
Präsident des Deutschen Altbriefsammler-Vereins e.V.