{"id":1327,"date":"2013-04-19T15:25:42","date_gmt":"2013-04-19T15:25:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/?p=1327"},"modified":"2021-10-25T15:34:08","modified_gmt":"2021-10-25T15:34:08","slug":"5-einsteigerseminar-fuer-vorphilatelie-19-21-4-2013-zell-am-moos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/5-einsteigerseminar-fuer-vorphilatelie-19-21-4-2013-zell-am-moos\/","title":{"rendered":"5. Einsteigerseminar f\u00fcr Vorphilatelie \u2013 19.-21.4.2013 \u2013 Zell am Moos"},"content":{"rendered":"<div class=\"meldung\">\n<p><strong>19.-21.4.2013 \u2013 Zell am Moos, Dorferwirt am Westufer des Irrsees<\/strong><\/p>\n<p>Zum dritten Mal in Folge fand dieses Seminar am Irrsee mit mehr als 30 angemeldeten Teilnehmer\/innen\u00a0 statt. Es nahmen 12 Mitglieder des DASV teil, sowie interessierte Philatelist\/innen aus \u00d6sterreich und Deutschland. Traditionell begann das Seminar inoffiziell bereits am Freitag. Es wurden im Vorfeld stundelang bis sp\u00e4t in die Nacht hinein Belege gesichtet, Wissen ausgetauscht und Interpretationen betreffend \u201eschwieriger\u201c Briefe diskutiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1288 size-medium\" src=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell1-300x165.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell1-300x165.jpg 300w, https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell1.jpg 481w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Seminarteilnehmer\/innen wurden p\u00fcnktlich am Samstag um 09.30 von Herrn Dir. Hubert JUNGWIRTH und Herrn G\u00fcnter BAURECHT begr\u00fc\u00dft. Zur Freude aller Anwesenden waren der Pr\u00e4sident des Verbandes \u00d6sterreichischer Philatelistenvereine (V\u00d6Ph) Mag. Anton TETTINEK und als Teilnehmer der Leiter des Referates Gesamtphilatelie Dr. Wolfgang WEIGEL anwesend. Dies zeigt welche Bedeutung diesem Seminar beigemessen wird und dr\u00fcckt eine hohe Form der Wertsch\u00e4tzung aus. Herr Hubert Jungwirth wurde vom Pr\u00e4sidenten mit der Ehrennadel um die Verdienste der \u00d6sterreichischen Philatelie ausgezeichnet.\u00a0 Beide Vertreter des V\u00d6Ph \u00fcberbrachten Gru\u00dfworte und somit war das Seminar er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Nachdem im Vorjahr \u00fcber die europ\u00e4ische Transitpost referiert worden war, stand heuer das \u00f6sterreichische Postwesen im Zentrum der Vortr\u00e4ge. Referent G\u00fcnter Baurecht f\u00fchrte die Teilnehmer\/innen behutsam \u2013 es waren heuer neben bereits \u201eerfahrenen\u201c Vorphilatelist\/innen auch einige Neueinsteiger beim Seminar &#8211;\u00a0 in die<strong> Paar\u00b4sche Erblehenspost <\/strong>ein. Johann Babtist von Paar trat in den Dienst Erzherzog Karls und wurde 1564 Hofpostmeister in Graz. Er wurde\u00a0 1573 zum obersten Postmeister f\u00fcr ganz Inner\u00f6sterreich ernannt. 1596 erfolgte die Verleihung des inner\u00f6sterreichischen Hofpostmeisteramtes durch Ferdinand II als erbliches Lehen an Johann Babtist von Paar. Die Briefe waren selten taxiert (Franko- und Portovermerke) und es ist davon auszugehen, dass nur wenige Briefe einen Taxierungsvermerk aufweisen. Fr\u00fche Taxierungen sind um 1622 bekannt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1289 alignleft\" src=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell2-300x274.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"274\" srcset=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell2-300x274.jpg 300w, https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell2.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Johann Christoph von Paar kaufte 1622 das Wiener Hofpostamt von Jakob Magno und wurde damit oberster Hofpostmeister von Wien. Hans Christoph von Paar erhielt 1622 den erblichen Lehensbrief von der Hofkanzlei \u00fcber das oberste Hofpostmeisteramt. Damit waren die Paars zust\u00e4ndig f\u00fcr die Organisation des Postwesens der \u00f6sterreichischen Erblande, dem Erzherzogtum \u00d6sterreich, dem K\u00f6nigreichen Ungarn, B\u00f6hmen und den inkorporierten Provinzen mit Ausnahme von Schlesien. Nur Tirol, Vorarlberg und die Vorlande blieben unter Taxis-Hoheit. Am 7. Mai 1661 kam es zu einem Schiedsspruch von Kaiser Leopold I \u00fcber die Brieftaxen. Die Taxen in den habsburgischen Gebieten betrugen: 3 Kreuzer f\u00fcr den einfachen Brief, 6 Kreuzer f\u00fcr den doppelten Brief, usw., Briefe mit 6 Kreuzer sind bereits selten, Briefe mit 9 Kreuzer sehr selten und h\u00f6here Taxen sind sehr, sehr selten. Diese Taxen galten bis 1722. Briefschreiber hatten zwei M\u00f6glichkeiten die Briefgeb\u00fchr zu entrichten: Portobriefe \u2013 Der Empf\u00e4nger zahlt die Geb\u00fchr &#8211;\u00a0 und Frankobriefe \u2013 Der Absender zahlt die Geb\u00fchr. Auf Auslandsbriefen findet sich h\u00e4ufig die Bezeichnung \u00bd Franko, damit ist ein grenzfrankierter Brief gemeint. Die Geb\u00fchr bis zur Grenze musste in der Paar\u00b4schen Periode im Voraus bezahlt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1290\" src=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell3-300x190.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell3-300x190.jpg 300w, https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/zell3.jpg 460w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>1680, 29. Mai, Aulendorf-Linz &#8211; <strong>Nachsendebrief <\/strong>vom Graf von K\u00f6nigsegg in Aulendorf (W\u00fcrttemberg) \u00fcber die B\u00f6hmerwaldroute nach Prag. Der Brief wurde auf der Strecke Aulendorf nach R\u00f6tz (Retz) von der Reichspost Thurn und Taxis bef\u00f6rdert, es wurde jedoch keine Taxe angeschrieben. In Retz \u00fcbernahm die Paar\u00b4sche Post den Weitertransport bis Prag. In Prag wurde der einfache Brief mit \u201e3\u201c Kreuzer Porto f\u00fcr Retz-Prag belastet. Der Brief wurde nicht zugestellt, sondern nach Wien weitergeleitet. In Wien neuerlich Porto von \u201e3\u201c Kreuzer f\u00fcr Prag Wien, wiederum keine Zustellung und Weiterleitung nach Linz. In Linz wurde noch einmal ein Porto von \u201e3\u201c Kreuzer f\u00fcr Wien-Linz angesetzt. Es ist anzunehmen, dass der Empf\u00e4nger in Linz 9 Kreuzer bezahlte.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erst 1722 kam es zur\u00a0 Inkammerierung (Verstaatlichung)\u00a0 der Post. Die Paars verloren die habsburgische Erblehenspost nach fast 100 Jahren, blieben jedoch oberste Postmeister als h\u00f6chste Beamte. Es wurde die Seltenheit von handschriftlichen Postformularen und Rezepissen vor 1700 hingewiesen.<\/p>\n<p>Herr Jungwirth referierte \u00fcber die <strong>alte Tiroler Post<\/strong>. Als Gr\u00fcndungsjahr der Tiroler Post ist die Er\u00f6ffnung einer durchgehenden Post zwischen Mecheln bei Br\u00fcssel und Innspruck anzusehen. Das Tiroler Postwesen unterstand den Tiroler Taxis und wurde erst 1769 von der k.k. Post abgel\u00f6st. 1777 wurden die vorder\u00f6sterreichischen Posten an die Reichspost verpachtet. 1806 besetzte Bayern Tirol und \u00fcbernahm das Postwesen. 1810 wurde Tirol in einen illyrischen, einen bayrischen und einen italienischen Teil aufgeteilt.<\/p>\n<p>Weiters wurden die Grundbegriffe der Vorphilatelie allen Teilnehmerinnen \u2013 entweder als Wiederholung oder als Einstieg \u2013 n\u00e4hergebracht und besonders <strong>Taxkorrekturen, Botenbriefe, Halbfrankobriefe an geb\u00fchrenbefreite Empf\u00e4nger und Parteibriefe ab 1722<\/strong> besprochen und <strong>Ex-Offo-Briefe<\/strong> vor (-31.5.1817) und nach der Halbfrankozeit und der Begriff Portofreiheit und Pauschalierung diskutiert. Zu den Begriffen Pauschalierung, journalisierte Briefe, und Portofreiheit wurde ein geeigneter Einstieg angeboten, allerdings bedarf es noch einiger Seminare und Quellensuche um eine vertiefende Kl\u00e4rung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich bei Herrn Baurecht und Herrn Jungwirth bedanken, die wieder viel Zeit investierten, ein ausgezeichnetes Seminar hielten und ein informatives Skriptum erzeugten. Dadurch gelang die\u00a0 Festigung und Vertiefung der vorphilatelistischen Grundbegriffe und es wurde ein wesentlicher Beitrag f\u00fcr bevorstehende Analysen und Kl\u00e4rungen vieler offener Fragen geleistet. Danke, Danke, Danke!<\/p>\n<p>Die Unterbringung beim Dorferwirt am Westufer des Irrsees bot &#8211; trotz schlechter Witterungssituation &#8211; ein angenehmes Ambiente und trug entsprechend zum Gelingen des Seminars bei. Erst am letzten Tag zu Mittag konnte die Terrasse bei Sonnenschein genutzt werden. Ich freue mich schon auf weitere Seminare in den kommenden Jahr<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/zell4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1329\" src=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/zell4-300x215.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/zell4-300x215.jpg 300w, https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/zell4-260x185.jpg 260w, https:\/\/dasv-postgeschichte.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/zell4.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die \u201cDASV\u00b4ler\u201c\u00a0 von links nach rechts: Dr Heinrich Stumvoll, Heribert Kaufmann, Josef Adam , Paul Kainbacher, Dipl.Ing. Andreas Gr\u00fcnewald, Alex Schramek, Mag. Walter Klinger, G\u00fcnter Baurecht (Referent), Dr. Andreas Myskiw, Dr. Robert Fecher, Dir. Hubert Jungwirth (Referent), Dr. Martin Auinger.<\/p>\n<p>Walter Klinger, &#x77;r&#x2e;k&#x6c;&#105;&#x6e;&#103;e&#x72;&#64;&#x61;&#111;&#x6e;&#46;&#x61;&#116;, Spillern \u00a9 2013<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19.-21.4.2013 \u2013 Zell am Moos, Dorferwirt am Westufer des Irrsees Zum dritten Mal in Folge fand dieses Seminar am Irrsee mit mehr als 30 angemeldeten Teilnehmer\/innen\u00a0 statt. Es nahmen 12 Mitglieder des DASV teil, sowie interessierte Philatelist\/innen aus \u00d6sterreich und Deutschland. Traditionell begann das Seminar inoffiziell bereits am Freitag. 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