Internationale Briefmarkenbörse Sindelfingen 2017 – Postgeschichte Live

Kaum zurück aus London ging es weiter zu den postgeschichtlichen Tagen anlässlich der Briefmarkenbörse in Sindelfingen. Hier spielt der DASV seit vielen Jahren eine tragende Rolle und fungiert als Zugpferd der „Postgeschichte live“. Durch die Einladung gleichgesinnter internationaler philatelistischer Vereinigungen ergibt sich zwangsläufig eine Bereicherung der ohnehin schon hochklassigen Veranstaltung mit dem internationalen Symposium für Postgeschichte und dem Ausstellungswettbewerb um die „bronzenen, silbernen und goldenen Posthörner“ – der internationalen deutschen Meisterschaft der Postgeschichte. Dazu kümmert sich der DASV um ein niveauvolles Angebot für die Abendveranstaltungen.

So fuhr eine gutgelaunte Truppe am Donnerstagabend per gecharterten Bus ins „Culinarium“ nach Altdorf, um ein letztes Mal die kulinarische Kunst des Hauses genießen zu dürfen. Die Lokalität wird leider Gottes zum Jahresende aufgegeben. Nachfolger wird eine Bierkneipe, so dass uns diese Option für 2018 nicht mehr in dem für unsere Zwecke gewünschten Maße zur Verfügung stehen wird.

Besonderer Gast des DASV bei der „Postgeschichte live“ in Sindelfingen war in diesem Jahr die I.P.H.F. („International Postal History Fellowship“), eine internationale Vereinigung von Spitzen-Postgeschichtlern mit hochelitären Ambitionen.

Weitere Erläuterungen zu dieser auf zehn Personen begrenzten „Fellowship“ ließen sich beim DASV-Festabend bei einer kurzen Rede von James van der LINDEN (im Bild links mit Thomas HÖPFNER) in Erfahrung bringen.

Das freitägliche Symposium der „Postgeschichte live“ war exklusiv mit Referenten der I.P.H.F. besetzt. Mag es manchem vielleicht schwer gefallen sein, der Fülle an tiefgreifenden Informationen von Magister Klaus SCHÖPFER (Österreich) und Dr. Robert ABENSUR (Frankreich) zu folgen, so lockerte Dr. Thomas MATHÀ (Italien) in seiner bekannt eloquenten Art mit einem sozialphilatelistisch geprägten Vortrag das Symposium in idealer Weise auf. In der Rückschau lässt sich feststellen: ein gelungener, hochklassiger Vortrags-Mix bei einer erneut gut besuchten Veranstaltung. Auf ein Neues in 2018 …

Zurück zum DASV-Festabend, der in diesem Jahr unter dem Eindruck mehrerer besonderer Ehrungen stand: Zunächst wurde der als „Vielschreiber mit besonderem Stil“ bekannte, seit mehr als 25 Jahren auf höchstem Niveau aktive Schriftleiter der Arbeitsgemeinschaft Baden, Rainer BRACK aus Offenburg (im Bild unten), mit der SAVO-Plakette 2017 geehrt. Die von mir verfasste Laudatio ist im Rundbrief nachzulesen.

Auf Wunsch des gleichnamigen DASV-Ehrenmitgliedes wurde die neu geschaffene „Dr. Heinz Jaeger Medaille“ ebenfalls im stilvollen Rahmen des DASV-Abends verliehen. Bei den Glücklichen handelte es sich um die DASV-Mitglieder Eckart HORNBERGER und wiederum Rainer BRACK (und das unmittelbar vor seinem 75. Geburtstag). Zu all den Auszeichnungen wie auch zum Jubiläum meine herzlichen Glückwünsche.

„Versüßt“ wurde die immer wieder gut angenommene Abendveranstaltung im Hotel Mercure durch die preisgekrönte Violinistin Anja GERTER aus dem badischen Weingarten – einer früheren „Miss Baden-Württemberg“ mit Laufsteg-Erfahrung. Nach dem letztjährigen phantastischen Auftritt des Harfen-Duos „Harpalando“ eine erfolgreiche Fortsetzung zur Bereicherung des Festabends mit niveauvoller Live-Musik.

Die bezaubernde, virtuose Künstlerin glänzte dabei mit ihrem reichhaltigen Repertoire von klassischen bis hin zu modernen Stücken. So waren selbst Interpretationen zu aktuellen Songs aus den Hitparaden zu hören, welche teilweise als Hintergrund-Musik präsentiert wurden. Mein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang unserem generösen Mitglied Franz-Josef BRAND, der die komplette Gage der Künstlerin übernahm.

Der Höhepunkt des Abends war sicherlich die Verleihung der höchsten DASV-Auszeichnung – der Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette – an den weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannten Rumänien-Experten Fritz HEIMBÜCHLER RDP aus München.

Der „hochdekorierte“ Sympathieträger (in der Bildmitte) gehört zweifellos zu den europäischen Top-Philatelisten seiner Zeit. Beim DASV-Festabend wurde er über seine herausragenden philatelistischen bzw. postgeschichtlichen Forschungsergebnisse hinaus insbesondere als internationale Führungskraft für die Verbreitung und Förderung der Rumänien-Philatelie geehrt. Für Interessierte ist die von Thomas HÖPFNER verfasste Laudatio im weiteren Rundbrief nachzulesen.

Es geht fast schon „zum guten Ton“, dass zahlreiche DASV-Mitglieder beim Ausstellungswettbewerb um die internationalen deutschen Meisterschaften der Postgeschichte erfolgreich waren und eines der Posthörner mit nach Hause nehmen durften. All diesen „Wettkämpfern“ – ob in Sindelfingen oder anderswo – gehört unser Respekt, denn der Aufwand ist oftmals beachtlich und der Erfolg oder die Zufriedenheit mit dem Ergebnis nicht garantiert.

Der im Rahmen der Posthorn-Verleihung vergebene DASV-Literaturpreis ging in diesem Jahr an Hans-Joachim SCHWOON für sein Buch „Briefsammlungen im Königreich Hannover“. In seiner Laudatio erläuterte DASV-Vizepräsident Thomas HÖPFNER ausführlich und gut nachvollziehbar die Entscheidung für die Preisvergabe an das Erstlingswerk des Autors.

(Fotos Heinrich MIMBERG)

Klaus Weis  FRPSL
Präsident des Deutschen Altbriefsammler-Vereins e.V.

Internationale Briefmarkenbörse Sindelfingen 2017

Einladung zum

„Abend des DASV mit Freunden“

(Donnerstag, 26.10.2017, 19.00 Uhr im „Culinarium“ in Altdorf,
gemeinsame Abfahrt mit gechartertem Bus um 18.30 Uhr vor Hotel Mercure – begrenzte Teilnehmerzahl – zeitnahe Anmeldung bei mir direkt s.u.)

und zum

„Großen Festabend des DASV

zu Gast: International Postal History Fellowship“
(Freitag 27.10.2017, 19.00 Uhr im Hotel Mercure,
mit musikalischer Begleitung und Kalt-Warm-Buffet –
zeitnahe Anmeldung bei mir direkt unter Tel. 07244 558550
oder per Mail an praesident@dasv-postgeschichte.de)

Klaus Weis
Präsident des Deutschen Altbriefsammler-Vereins e.V.

Ein unvergesslicher Auftritt des DASV bei der Royal Philatelic Society in London am 12. Oktober 2017

Text und Bilder: Wolfgang Maassen

Als Journalist tendiert man entweder leicht zu weitreichender Zurückhaltung oder zuweilen auch – wenn man sehr beeindruckt ist – zum Gegenteil. Letzteres ist hier der Fall, weil einfach das, was nicht nur der Berichterstatter, sondern auch bis zu 200 Besucher am 12. Oktober 2017 im altehrwürdigen viktorianischen Heim des Londoner Nobelvereins – er ist mit bald 150 Jahren der älteste der Welt! – erleben durften, selbst für britische Verhältnisse jedem Vergleich standhielt, gar übertraf.

Angesagt war ein sog. „13 Uhr-Display“. Also eine Ausstellung, die in den Räumen des Vereins, die zwar zahlreich, aber für Ausstellungszwecke sehr begrenzt sind, zu besichtigen war. Solche Displays finden monatlich mit wechselnden Themen statt. In der Regel sind es einzelne Aussteller, zuweilen auch Studiengruppen, die Auszüge aus ihren Sammlungen zeigen. Meist gibt es ein oder mehrere Blätter, seltener ein kleines Pamphlet, das der Besucher mitnehmen kann, um das Gezeigte noch besser einordnen zu können. Übliche Besucherzahlen liegen wohl bei 50 bis 100 Besuchern, wobei 100 schon eher die Ausnahme sind. Aber 150 oder gar noch mehr? Das gab es wohl noch nie.

Dieses Mal war alles anders, was sich auch in den Worten des früheren Präsidenten der RPSL, Frank Walton, widerspiegelte, der seinen Gesamteindruck in die Worte fasste: „The whole DASV display was truly wonderful! Another great day at the Royal” („Die gesamte DASV-Schau war wirklich wundervoll. Ein weiterer großer Tag für die Royal“).

Einer der Besucherräume der RPSL. Hier haben sich Philatelisten aus aller Welt schon immer wohl gefühlt.

Wenn man sich fragt, wie es dazu kommen konnte, muss man sicherlich etwas ausholen. Der DASV resp. sein Vorgängerverein, die 1933 gegründete SAVO, hatte bereits im Gründungsjahr sechs Mitglieder aus Großbritannien. Möglicherweise war dies eine Folge der Kontakte, die Heinrich Köhler nach England hatte: Er wurde zwar erst 1935 Mitglied der SAVO, war aber bereits 1932 mit der Zeichnung der „Roll of Distinguished Philatelists“ geehrt worden. Man kannte und schätzte ihn – in England (dort lebte auch seine älteste Tochter), aber auch bei der SAVO. Später kamen weitere britische Mitglieder dazu. Dann begann der Krieg und vieles ging auseinander, was vorher eng verbunden war.

Gruppenbild mit Damen: Die DASV-Reise- und Ausstellergruppe.

In den ersten Nachkriegsjahrzehnten waren es in der Regel einzelne deutsche Philatelisten, die ihre privaten Kontakte zu englischen Freunden und zur Philatelie Großbritanniens pflegten. Heute (Stand: 2016/17) bilden sie mit 131 Mitgliedern aus Deutschland die drittstärkste Mitgliedergruppe in der RPSL (noch vor Australien mit 93); die zweitgrößte Gruppe kommt aus den USA (308) und an erster Stelle stehen verständlicherweise die Briten selbst (901), die allerdings derzeit in der „Royal“, wie sie von ihren Mitgliedern liebevoll genannt wird, insgesamt nur noch 40 Prozent aller Mitglieder stellen. Heute hat die Royal Philatelic Society London etwas über 2200 Mitglieder.

Ein Foto für das Erinnerungsalbum: DASV-Präsident Klaus Weis mit Dieter Michelson, der – zeitnah zum Oktoberfest – deutsches Flair mit seiner bayerischen Kleidung einbrachte. Passend gekleidet auch seine Frau Birgit.

Das war nicht immer so, zumindest nicht in diesen Proportionen. Sie haben sich erst in den letzten Jahren deutlich in diese Richtung entwickelt. Der IBRA 1999 und 2009 sind gewisse „Anschubkräfte“ zu verdanken, sicherlich auch der regen und aktiven ArGe Großbritannien, besonders aber der Internationalen Briefmarken-Börse in Sindelfingen und den dortigen DASV-Aktivitäten. Dieter Michelson, Repräsentant der RPSL für Deutschland, verstand es geschickt, zwei „Königskinder“ zusammenzubringen. Und so war es auch 2017 fast schon Tradition, dass die RPSL mit einem eigenen Stand zur Messe in Sindelfingen dabei war, Mitglieder begrüßte und neue gewonnen werden konnten, die sich dann bei einem Empfang der RPSL, inszeniert und unterstützt vom Auktionshaus Heinrich Köhler, trafen. Es kam zusammen, was zusammen gehört.

Weltraritäten erwarteten sie – wie z. B. in den ersten beiden Rahmen zu sehen

Der beeindruckende Part der Messe in Sindelfingen, der Schwerpunkt Postgeschichte mit Forum, Ausstellungen und Goldenen Posthörnern, fasziniert seit Jahren zahllose Philatelisten im In- und Ausland. Das sprach die englische Philatelie an, die bereits bei vorhergehenden STAMPEX-Ausstellungen vielfach deutsche Aussteller einlud, sich zu beteiligen. Deutsche Philatelie – in England schon immer bestens gepflegt von der „Germany and Colonies Philatelic Society“ – war plötzlich wieder „in“. Allem „Brexit“ zum Trotz fokussierten vormalige RPSL-Präsidenten wie Brian Trotter, Chris King und Frank Walton, unterstützt von Bill Hedley und vielen anderen ihre Blickrichtung auf den Kontinent, zumal auf Deutschland. Klaus Weis erinnerte in seiner späteren Rede an das Jahr 2014, als die RPSL Gast und Partner bei „Postgeschichte live“ gewesen sei. Mit dem damaligen Präsidenten Chris King seien Joseph Hackmey, Alan Holyoake und viele andere angereist. Letzterer – und dies sei bis heute unvergessen – hielt einen beeindruckenden Vortrag über die ersten Briefmarken der Welt. „Dies war geradezu ein magischer Moment in der Geschichte unseres Vereins. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals nach einem Vortrag ‚standing ovations‘ gegeben hätte“, hob Weis hervor. 2014 wurden Chris King und zwei Jahre später Patrick Maselis während der Internationalen Briefmarkenbörse in Sindelfingen mit der bedeutendsten nicht jährlich verliehenen Ehrung des DASV, der „Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette“ für ihre internationale Führungsarbeit und philatelistische Forschung ausgezeichnet.

Schulter an Schulter drängelten sich Philatelisten an den Rahmen

Mit dem zuvor erwähnten nunmehrigen ersten „ausländischen“ neuen Präsidenten der RPSL, Patrick Maselis, kam erst recht Bewegung ins Spiel. Er lud den DASV persönlich ein, sich mit einer Briefmarkenschau bei der RSPL am Devonshire Place 41 zu präsentieren. Eine einmalige Gelegenheit, nicht nur neue Welten kennen zu lernen, sondern auch neue Freunde zu gewinnen.

Arnim Knapp (oben) war Schriftleiter des Ausstellungskataloges,
André Schneider (links) von der Firma Heinrich Köhler gab ihm das Design.Ergebnis: Ein wundervolles hochwertiges Produkt.

Der DASV bereitete diesen Auftritt fast schon generalstabsmäßig vor. Er lud seine Mitglieder zu einem längeren Wochenende nach London ein und er gewann 33 aus dem Kreise der Mitglieder, in bis zu zwei Rahmen jeweils ihre Kostbarkeiten zu zeigen. Die Namen der Aussteller liest sich wie das who is who der Philatelie. Folgend dem Ausstellungskatalog sind dies Christa Grobe, Joseph Hackmey, Erivan Haub, Eberhard Kleinert und Arnim Knapp, die einzelne Weltraritäten, wie man sie kein zweites Mal so zusammen sieht, in den Eröffnungs-rahmen zeigten. Mit dabei waren außerdem: Christian Auschra, Wolfgang Bauer, Dr. Thomas Berger, Prof. Dr. Mark Bottu, Dr. Martin Camerer, Dr. Heinrich Conzelmann, Franz Josef Günne-wig, Peter Heck, Fritz Heimbüchler, Jürgen Herbst, Thomas Höpfner,  Karlfried Krauss, Karl Louis, Patrick Maselis, Dr. Thomas Mathà, Friedrich Meyer, Dieter Michelson, Rolf Rohlfs, Michael Schewe, Werner Schindler, Alfred Schmidt, René Simmermacher, Christian und Renate Springer, Georg Størmer, Klaus Weis, Paul Wijnants und Dr. Hans Wilderbeek.

Robin Pizer (links) sprach für die RPSL das traditionelle Dankeswort,

 

Peter Cockburn (rechts) ergänzte dies mit seinen humorvollen Ausführungen

Es würde zu weit führen, jedes einzelne Exponat hier zu würdigen. Dies macht der speziell zu dieser Veranstaltung vom Auktionshaus Heinrich Köhler in edler werthaltiger Form produzierte Ausstellungskatalog weit besser. Die Welt der Philatelie, aber auch die verschiedenen Sammelansätze, wurden abgedeckt und dies derart interessant, dass von 13 bis 17 Uhr sich ständige faszinierte Besucher zwischen den Rahmenreihen fast schon drängelten, sich von den Ausstellern ihre Sammlungen erklären ließen und einfach nur begeistert waren, von dem, was sie dort erstmals zu Angesicht bekamen. Das war ein völlig anderes „feeling“, als man es bei herkömmlichen Ausstellungen gewohnt ist. Statt Rahmenwälder, die kaum ein Mensch besichtigt, waren es in London vielleicht nur 60 Rahmen, aber die fanden Anklang und Bewunderung. Ebenso der von André Schneider vom Auktionshaus Köhler gestaltete Hardcover-Katalog, der für jeden Besucher kostenlos war – solange der Vorrat reichte. Am Ende waren sie alle weg, denn jeder wollte natürlich ein Exem-plar dieses wertvollen Buches haben.
Traditionell beendete ein „vote of thanks“, ein Dankeswort eines RPSL-Mitgliedes eine solche Schau, dieses Mal gesprochen von Robin Pizer, der mit seiner Ansprache den Nerv der Zuhörer voll und ganz traf, als er u.a. ausführte:

„Die Broschüre, die dieses Display begleitet, ist hervorragend, indem sie auch die Geschichte der SAVO und deren Übergang in den DASV nach dem Zweiten Weltkrieg schildert. Eines möchte ich gerne ergänzen: Seit 1935 wird die SAVO-Plakette für besondere Verdienste um die postgeschichtliche Forschung verliehen  . . .  Diese SAVO-Plakette wurde bis heute erst zwei Briten, Robson Lowe 1948 und Fred Goatcher 2009, zuerkannt.

Die Publikation beschreibt nicht nur die Exponate, sondern ebenso die Biografien ihrer Aussteller. Wir sehen den Umfang der Forschung, der Sammlungen und der Publikationen von Artikeln und Bücher, die uns deutlich machen, welch starke Sammlergruppe hier zusammengekommen ist, um uns dieses außerordentliche, gar unglaubliche Display zu präsentieren.
Wir haben einige herausragende Höhepunkte aus zahlreichen weltbekannten Sammlungen zu Europa, aber auch zu Gebieten in anderen Teilen der Welt gesehen, die eine Periode von nahezu 350 Jahren abdecken, beginnend 1570 bis 1918. Ich versuche nicht, einzelne ‚Highlights‘ individueller Objekte der 34 Aussteller hervorzuheben, sondern sage nur, dass wir uns geehrt fühlen, solch außergewöhnliches Material bewundern zu dürfen und ich ende mit den Worten ‚Dankeschön für eine wunderbare Ausstellung‘.“

Patrick Maselis überreichte Dieter Michelson beste belgische Pralinen (links), den Dank des DASV drückte Klaus Weis mit dem DASV-Teller symbolisch aus

Angesichts solch überschwänglicher Worte hatte es RPSL-Präsident Patrick Maselis nicht schwer, in den Chor des Lobes einzustimmen und Klaus Weis, dem Präsidenten des DASV, die Erinnerungsplakette der RPSL für dieses Display unter dem großen Beifall der Zuschauer zu überreichen. Dieser bedankte sich gerührt und überreichte als Gastgeschenk einen Erinnerungsteller des DASV.

Was folgte, lässt sich kurz fassen, auch wenn es den Teilnehmern der Gruppe sicherlich gut im Gedächtnis blieb. Nachdem man zuvor schon die einzigartigen Bibliotheks- und Museumsräume bewundert und Kaffee und Tee im Begrüßungsraum sowie zahllose Gespräche genossen hatte, traf man sich dort erneut zu Wein und „fingerfood“, bevor man sich abends beim sog. „President’s Dinner“, einer Einladung von Patrick Maselis an seine über 80 Gäste, in einem noblen Restaurant wiedersah. Klaus Weis bedankte sich im Namen aller Gäste für diese wahrlich großzügige Geste, einmal mehr für den phantastischen Tag, an dem er zu seinem Erstaunen erlebt hatte, dass der viel beschäftigte Unternehmer Maselis es sich nicht nehmen ließ, selbst die Details des gewählten Menüs zusammenzustellen, den Wein persönlich auszusuchen und gar noch zahllose Kilos belgische Pralinen besorgt hatte. Weis rief die Gäste zu einem Applaus auf, der in dem mündete, was die Engländer gerne als „Standing Ovations“ bezeichnen. Patrick Maselis antwortete zutiefst gerührt, welch besonderes Erlebnis dieses Display für die RPSL gewesen sei und man sah ihm an, dass er es so meinte, wie er es sagte. Es war „ein großer Schritt in Richtung Internationalisierung des DASV“ brachte Dieter Michelson wenig später seine Einschätzung auf den Punkt. Es war aber auch, so könnte man ergänzen, eine große Öffnung der RPSL für die deutsche Philatelie.

„Standing Ovations“ für einen außergewöhnlichen Philatelisten: Patrick Maselis war zutiefst gerührt.

Auf einen Nenner gebracht: Es war eine vorbildliche Veranstaltung, die Modell für weitere sein kann, die allerdings auch viele „Väter“ hatte. Die angesprochenen Aussteller und Präsidenten beider Vereine, das Haus Heinrich Köhler, das die Ausstellungsdokumentation und die Gemeinschaftsplakate produzieren ließ sowie zum ersten Begegnungsabend in einen Pub einlud, last but not least ist Arnim Knapp hervorzuheben, der als Schriftleiter des Buches zum Display, unterstützt von Thomas Höpfner, sich verdient gemacht hat und wohl einer derjenigen war, der dem DASV-Vorstand die Notwendigkeit einer solchen Präsentation vor Augen geführt hatte. Knapps Rolle war aber weit bedeutender: Er hatte sich als Ausstellungsleiter um alle Aussteller gekümmert, Daten, Fakten, Exponate an Land gezogen, ein Job, den Eingeweihte häufig als „Schweinearbeit“ bezeichnen, die er sich gerne – und er strahlte angesichts des Erfolges mit anderen um die Wette – angetan hatte.

Nach dem Ausklang spätestens brauchte man Klaus Weis – er war vorher noch nie in England gewesen und für ihn eröffneten sich völlig neue und liebenswerte Welten – aber auch so manch anderen Mitreisenden nicht mehr zu überzeugen. England und die „Royal“ waren diesen Besuch mehr als wert.

Die DASV-Verantwortlichen Präsident Klaus Weis und der Organisator Arnim Knapp.

Unser Dank gilt Wolfgang Maassen, der bei der Veranstaltung in London anwesend war und diesen Text geschrieb und die Abbildungen hierzu beigesteuert hat – und allen Teilnehmern, die sich auf den Weg nach London zur RPSL begeben hatten.

Ergebnisse der DASV-Mitglieder bei der Postgeschichte Live 2017 in Sindelfingen
Gruppe 1: (Postgeschichtliche Sammlungen vor Gründung des Weltpostvereins mit Vormarkenzeit)
Goldenes Posthorn
Streuber, Hans-Otto
Aus Pfälzer Sicht: Die Pfalz und Frankreich im grenzüber-schreitenden Postverkehr (1822 – 1875)
Silbernes Posthorn
Delbeke, Claude
La Belgique et la poste maritime transatlantique 1830–- 1879 (fin U.P.G.)
Bronzenes Posthorn
Böttger, Lars
Die Geschichte des Angloamerikanischen Postvertrages vom 15.12.1848 –
Stepnicka, Dr. Heinrich  Pre-UPU Fahrpost in Lombardy and Venetia
Gruppe 2: (Postgeschichtliche Sammlungen vor Gründung des Weltpostvereins ohne Vormarkenzeit)
Goldenes Posthorn
Berganimi, Adriano
Die selbständige ungarische Postverwaltung (1.5.1867 – 30.6.1875) bis UPU
Silbernes Posthorn
Wightmann, Robert
Postgeschichte der Österr. Post- und Lloyd-Agenturen auf den Ägäischen Inseln
Gruppe 3: (Postgeschichtliche Sammlungen nach Gründung des Weltpostvereins)
Bottu, Dr. Mark Issue Albert I with Kepi (Kandidat)
Forster, Martin Die Gebührenzettel von Freudenstadt
Gruppe 4 + 5: (Stempelstudien, Marcophilatelie und Regionale und Heimatsammlungen)
Goldenes Posthorn
Weis, Klaus
Die Entwicklung der Ortsstempel im späteren Großherzogtum Baden 1723 – 1871
Silbernes Posthorn
Tschernatsch, Heimo
Bezirk Judenburg – Postbelege im Wandel der Zeit
Gruppe 6: (Historische Sammlungen und Spezialsammlungen)
Goldenes Posthorn
Baurecht, Günter
Die 8 Türkenkriege der Habsburger
Silbernes Posthorn
Mimberg, Heinrich
Der Feldzug des VIII. Bundes-Armeecorps von Frankfurt in den Vogelsberg und retour 1866
Böttger, Lars Retour, Parti, Inconnu
Schild, Georges Die Hilfe der Schweiz an vom Krieg getroffenen Zivilisten und an Kriegsgefangenen im 1. WK
Gruppe 7: (Postgeschichtliche 1-Rahmen-Sammlungen)
Silbernes Posthorn
Dorr, Ute
Der Orient-Express von und nach Konstantinopel in der Zeit von 1883 – 1914
Bronzenes Posthorn
Matha, Thomas
Postgeschichte und Archiv des Botanischen Gartens von Bologna
Wruck, Rolf-Dieter P. Transatlantico
Selig, Heinz Die Postexpedition der Familie Gerbracht (1828 – 1848)
Reith, Dr. Wolfgang Der Rhein war die Grenze
Gruppe 8: (Postgeschichtliche Literatur), 10 Teilnehmer
Goldenes Posthorn
Heß, Dr. Wolf
Kuba – Der Dreieckshandel, eine postgeschichtliche Betrachtun
Silbernes Posthorn
Schild, Georges
Die Internierung von ausländischen Militäreinheiten in der Schweiz 1859, 1891, 1916 – 1919, Band 1, zusammen mit Internierung von Militär- und Zivilpersonen in der Schweiz 1935 – 1946, Band 2
Dorr, Dr. Elmar Historische Streifzüge durch die Postgeschichte der Stadt Neustadt an der Haardt – Von den Anfängen bis zur bayerischen Post
Der DASV-Literaturpreis 2017 wurde in Sindelfingen vergeben an
Schwoon, H.-Joachim Die Briefsammlungen im Königreich Hannover

Oldenburg 2017

Liebe Freunde der Postgeschichte,
die bilaterale Ausstellung Dänemark – Deutschland im Rang 1 im reizvollen Oldenburg bot Ende Juli eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal auf der national höchsten Ebene im Wettbewerb zu messen und Freunde aus dem In- und Ausland zu treffen. Der DASV war bei der „Oldenburg 2017“ naturgemäß stark vertreten.

Mit 5 Großgold-Medaillen und 6 Gold-Medaillen waren DASV-Mitglieder in der Wettbewerbsklasse besonders erfolgreich. Dr. Jan MAZANEK stellte das beste Exponat in der prestigeträchtigen Postgeschichte-Klasse. Klassensieger bei der Literatur wurden die DASV-Rundbriefe der Jahrgänge 2015 und 2016, eine weitere Goldmedaille gab es für das Festbuch „75 Jahre DASV“ – ein herausragendes Ergebnis und eine schöne Bestätigung der hervorragenden Arbeit unseres Schriftleiters Heinrich MIMBERG. Drei weitere Großgold-Medaillen gingen zudem an DASV-Mitglieder in der „Champions Class“, wobei Michael SCHEWE mit seinem Exponat „Königreich Sachsen – König Johann Ausgabe“ in einer spannenden und offenen Einzelabstimmung von 13 Juroren den „Grand Prix Oldenburg 2017“ gewinnen konnte. Meine herzlichen Glückwünsche gelten allen Wettkämpfern, wenngleich wohl nicht jedermann mit seinem Ergebnis zufrieden war.

Das nachstehende Foto entstand beim Festabend der Ausstellung:


Von links: Arnim und Heidemarie KNAPP (mit der Kalckhoff-Medaille), Heidrun und Michael SCHEWE (mit dem Grand Prix), Harold E. PETER (Präsident der German Philatelic Society aus Tucson / Arizona – ebenfalls Teilnehmer der „Champions Class“) mit Gattin sowie Klaus und Sabine WEIS. Foto von „Hausfotograf“ Heinrich MIMBERG.

Im Übrigen stellte Erich FRÜTEL mit dem Thema „Hitler-Ganzsachen als Notmaßnahmen nach dem II. Weltkrieg“ das beste Exponat bei den Ganzsachen. Besonders bemerkenswert ist darüber hinaus die Ehrung unseres früheren DASV-Vizepräsidenten Arnim KNAPP mit der Kalckhoff-Medaille – eine hohe Auszeichnung des Bundes deutscher Philatelisten e.V. für besondere Verdienste auf dem Gebiet der deutschsprachigen philatelistischen Literatur. Auch hierzu meine „offizielle“ Gratulation.

Klaus Weis

Was ich Ihnen mitteilen möchte …

Liebe Freunde der Postgeschichte,

„… arm, aber sexy …“ sagte einst ein ehemaliger Regierender Bürgermeister. Dieses Zitat ist jedenfalls zu ergänzen um „… und so immens reich an derlei vielfältigen Attraktionen …“. Wer noch nicht dagewesen war, wird wie meine Frau und ich festge-stellt haben, dass allein der touristische Faktor die Reise in die Bundeshauptstadt mehr als wert war.

Berlin bot den vermutet idealen Rahmen für ein gut besuchtes DASV-Frühjahrestreffen vom 06. bis 09. April 2017. Um die 60 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt. Unser Dank geht an Organisator Hans-Joachim BÜLL für sein zielführendes und gut zusammengestelltes Programm …

Die Wahl eines stilgerechten „Spreedampfers“ war – trotz „Nordsee-Wetter“ – ein gelungener Einstieg ins Tourismus-Programm. Ein besonderes Highlight wurde für den Nachmittag an-geboten: eine exklusive, kostenlose und vor allem überaus kompetente Führung durch das Museum für Kommunikation durch den „Hausherrn“ Dr. Veit DIDCZUNEIT. Die Erwartungen der Teilnehmer konnten dabei voll und ganz erfüllt werden. Eine museumspädagogisch her-vorragend inszenierte Darstellung der Geschichte der Kommunikation, erstklassige Exponate zur Nachrichtenbeförderung wie auch philatelistische Preziosen bis hin zur legendären Schatzkammer haben diesen Besuch zu einem unvergessenen Ereignis werden lassen.

Das nachstehende Gruppenfoto zeigt einen Teil der Besucher des Frühjahrestreffens:

Obere Reihe: Eberhard Lautsch, R. Buschhaus, Friedrich Meyer, Hans-Albert Bremer, Dr. Hans-Bernhard Rhein, Christian Auschra, Hans-Joachim Schwoon, Hans-Joachim Büll, Michael Lenke. Mittlere Reihe: Klaus Weis, Karlfried Krauss, Michael Ehrig (Neu-Präsident des Berliner Philatelistenklub von 1888 e.V.), Prof. Dr. Hartmut Fuess, Thomas Höpfner, Die-ter Fullrich mit Gattin, Martin Strack, Dr. Heinrich Conzelmann, Michael Dick, Hans-Joachim Holz, Frau Bauer. Untere Reihe: Horst Warnecke, Arnim Knapp, Renate und Christian Sprin-ger, Christoph Gläntzer, Wolfgang Bauer, Dr. Veit Didczuneit.

Tag 1 endete mit dem DASV-Festabend im stilvollen Restaurant „Reinhard‘s“ im Berliner Nikolaivierteil. Eine gute Gelegenheit zur Verleihung der DASV-Plakette 2017 an unser überaus verdientes Mitglied Arnim KNAPP für seine besonderen Leistungen zum Wohle des Deut-schen Altbriefsammler-Vereins e.V. – insbesondere für die imagefördernde Organisation von Ausstellungsteilnahmen des DASV, die Organisation von DASV-Treffen und seine langjährige Vorstandstätigkeit.

Am Samstag hieß es für Philatelisten und Gäste zurück ins Museum für Kommunikation, die Mitgliederversammlung stand an. Nach Entlastung des Vorstandes konnte in Anbetracht der stabilen Haushaltslage u.a. beschlossen werden, dass der Mitgliedsbeitrag im kommenden Jahr erneut nicht erhöhat werden muss …

 

In besagtem Rahmen fand auch die Ehrung von Michael DREYDORFF für seine 25-jährige Mitgliedschaft statt.

Das Bild zeigt (v. l.) die Referenten des Vortragsprogramms Wolfgang BAUER und Karlfried KRAUSS nebst Organisator Hans-Joachim BÜLL und Dr. Veit DIDCZUNEIT vor einem Parade-Exponat des Museums – einer in sämtliche Einzelteile „zerlegten Postkutsche“.

Das nachmittägliche Vortragsprogramm erlebte einen Mix aus Postgeschichte pur von Karlfried KRAUSS zu den „Postverbindungen zwischen Russland und Preußen im 18. und 19. Jahrhundert“ und einem traditionell-philatelistisch geprägten Vortrag von Wolfgang BAUER zu den „Großen Hermesköpfen Griechenlands und ihren Frankaturen 1861 bis 1867“.

Alles in allem ein rundum gelungenes DASV-Frühjahrestreffen 2017 …

Frühjahrstreffen des Deutschen Altbriefsammler-Vereins in Berlin vom 6. bis 9. April 2017

Das nächste Frühjahrestreffen des DASV inklusive Mitgliederversammlung wird am verlängerten zweiten Aprilwochenende in Berlin stattfinden. Für die Organisation haben sich unsere Mitglieder Hans-Joachim BÜLL und Karlfried KRAUß zur Verfügung gestellt.

Unser Mitglied Dr. Veit DIDCZUNEIT – Abteilungsleiter Sammlung im Museum für Kommunikation in Berlin – hat dafür gesorgt, dass die Mitgliederversammlung im Museum für Kommunikation stattfinden kann. Eine persönliche Führung durch das ehrwürdige Haus, der Besuch der Bundeshauptstadt verbunden mit einem attraktiven und sehenswerten Programm sollte Anreiz genug für eine Teilnahme am Frühjahrestreffen sein.

Tagungsort der Mitgliederversammlung ist das Museum für Kommunikation Berlin, Leipziger Str. 16, 10117 Berlin-Mitte.

Gemeinsame Unterkunft:
Hotel NH Berlin-Mitte, Leipziger Str. 106-111, 10117 Berlin
Tel.: 030/30203760
nhberlinmitte@nh-hotels.com
www.nh-hotels.com
Zimmer-Reservierung bis zum 15.2 2017 – unter Reservierungs-Nummer: 22.625.652
Reservierungen per E-Mail: reservierungen@nh-hotels.com oder Tel. 030/22380233
Übernachtung 1. Tag 127 Euro, jeder weitere Tag 109 Euro mit Frühstück
Tiefgarage im Hotel, je Tag 22 Euro
Anreise mit der Bahn: vom Hauptbahnhof mit S-Bahn (S5, S7) Richtung Ahrensfelde
oder Strausberg bis Friedrichstraße, dann mit U-Bahn in Richtung Alt-Mariendorf (U 6) bis Stadtmitte.
Das Hotel liegt nur 3 min. Fußweg vom Museum für Kommunikation entfernt – in der Nähe der U-Bahnstation Stadtmitte.
Programm
Donnerstag, 6. April Anreise, Hotel ab 15.00 Uhr
19.00 Uhr: Abendessen im nh-Hotel, Restaurant des Hotels
Freitag, 7. April Vormittag „Auf Berlin-Tour“, Historische Schiffstour ab Friedrichstr./Spree-Ufer, Anlegestelle der Reederei Winkler Berlin
Fahrt durch das historische Berlin, Abfahrt 10.15 Uhr, Dauer etwa 1 Stunde,
Getränke und Imbiss an Bord, es wird original Berliner Currywurst gereicht (Fahrtkosten 14,50).
14.00 bis 16.00 Uhr: Museum für Kommunikation, Leipziger Str. 16.
Führung durch das Museum von unserem Mitglied Dr. Veit Didczuneit
19.00 Uhr: Abendessen, Festabend im Restaurant Reinhard’s, Nikolaiviertel, Poststraße 28 in Berlins historischer Mitte.
Sonnabend 8. April 9.00 Uhr: DASV-Mitgliederversammlung
Museum für Kommunikation, Leipziger Str. 16, 10117 Berlin-Mitte
Ablauf entsprechend der Tagesordnung, anschließend zwei Vorträge:

  • Karlfried Krauß: Postverbindung Russland – Preußen im 18./19. Jahrhundert
  • Wolfgang Bauer: Die großen Hermesköpfe Griechenlands und ihre Frankaturen 1861 bis 1867
Partnerprogramm: Stadtführung durch Berlins Mitte.
19.30 Uhr, Entrecôte, Schützenstr. 5, 10117 Berlin-Mitte, Am Checkpoint Charlie. Das gemütliche französische Restaurant bietet eine gute Küche zu noch „normalen“ Preisen für Berlin und ist in nicht allzu weiter Entfernung vom Hotel, im langsamen Schritt in 10 min. erreichbar.
Sonntag, 9. April 10:00-12:00 Uhr Besuch des Alten Museums am Lustgarten mit der Antikensammlung. (Pergamonmuseum: Pergamonaltar geschlossen, Baumaßnahmen bis 2020)

Damit unser Mitglied Hans-Joachim Büll rechtzeitig planen kann, melden Sie sich bitte verbindlich zu den Veranstaltungen bis spätestens 10. März 2017 mit Angaben der Personenzahl an, bei:  Hans-Joachim Büll, Karl-Liebknecht-Str. 9, 10178 Berlin, Tel. 030/2413168, joachim.buell@outlook.de

75 Jahre DASV

Liebe Freunde der Postgeschichte,
das Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen des DASV erforderte außergewöhnliche und standesgemäße Veranstaltungen, um diesen bemerkenswerten Anlass in der gebotenen Form zu würdigen. In der Rückschau lässt sich feststellen, dass sich die teilweise sehr arbeitsintensiven Initiativen und Aktivitäten zu den Feierlichkeiten gelohnt haben und deren Realisierung in jeder Hinsicht gelungen ist. All das Geleistete war in besonderem Maße dazu geeignet, das Image des DASV auf nationaler wie auch internationaler Ebene zu fördern. Als Präsident einer der führenden internationalen Vereinigungen für Postgeschichte bin ich stolz auf das Ergebnis und auf die durchweg positive Resonanz, welche uns bis dato erreichte.

Jahre DASV

Was über die gute Erinnerung hinaus bleiben wird ist das neu aufgebaute DASV-Archiv (Auszüge hiervon wurden beim DASV-Salon in einer Sondervitrine gezeigt) und die hervorragende Festschrift zum DASV-Jubiläum. Unser besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang unserem Schriftleiter Heinrich MIMBERG. Auf 288 Seiten findet sich neben zahlreichen wissenswerten Informationen eine optimale Aufarbeitung der DASV-Geschichte und lesenswerte Fachbeiträge unterschiedlichster Couleur. Dank der Finanzierung inklusive der drucktechnischen Umsetzung durch das Auktionshaus GÄRTNER können wir dieses empfehlenswerte Werk für Mitglieder „zum Schleuderpreis“ von 15.– € zuzüglich Versandkosten anbieten. Hierfür geht unser Dank nochmals nach Bietigheim-Bissingen und an die Autoren für ihre kompetenten Beiträge.  Bestellungen hierzu bei Heinrich MIMBERG unter Schriftleiter@dasv-postgeschichte.de.

Für sein Engagement zur DASV-Festschrift und für die Grundlagenarbeit zum Neuaufbau des DASV-Archivs hat der DASV-Vorstand das „ungeschriebene Gesetz“ gebrochen, ein aktives Vorstandsmitglied mit einer vereinsinternen Auszeichnung zu ehren und die DASV-Plakette 2016 folgerichtig an Heinrich MIMBERG verliehen. Diese Überraschung ist bei dem mit weit mehr als 60 Teilnehmern sehr gut angenommenen „Gemeinsamen Abend mit Freunden“ in der Gaststätte „Culinarium“ in Altdorf gelungen. Ein idealer gesellschaftlicher Auftakt in einem ungezwungenen, ansprechenden Ambiente bei bester Laune und guter Verköstigung in einem internationalen Kreis.

Der hochklassige Salon zum DASV-Jubiläum war auf einer Sonderfläche im 1. OG der Messehalle gut platziert. Neben einführenden Informationen und diversen Vereinsurkunden präsentierten hier unsere Mitglieder
Wolfgang BAUER, Günter BAURECHT, Hans-Albert BREMER, Ulrich BRUNKE, Dr. Martin CAMERER, Dr. Heinrich CONZELMANN, Uwe DECKER, Robert FÜRBETH, Dr. Gertlieb GMACH, Fritz HEIMBÜCHLER, Jürgen HERBST, Thomas HÖPFNER, Karl HUBER, Arnim KNAPP, Eberhard LAUTSCH, Patrick MASELIS, Dr. Thomas MATHÁ, Friedrich MEYER, Dieter MICHELSON, Heinrich MIMBERG, Björn ROSENAU, Michael SCHEWE, Klaus SCHÖPFER, Hans-Joachim SCHWOON, Dr. Ernst-Otto SIEGMANN, René SIMMERMACHER, Renate und Christian SPRINGER, Wim STRONKHORST, Klaus WEIS und Dr. Hans WILDERBEEK insgesamt 110 Rahmen mit Exponaten, welche teilweise bereits auf Weltausstellungen zu höchsten Ehren gekommen waren.

Der DASV-Salon zeigte einen idealen Mix zu den vielfältigen Sammelinteressen unserer Mitglieder sowohl im Hinblick auf die geografische wie auch zeitgeschichtliche Einordnung oder (grenz-)übergreifende Themen. All den vorgenannten Ausstellern, wie auch den Organisatoren Arnim KNAPP (der mehrere fremde Sammlungen persönlich nach Sindelfingen brachte) und Friedrich MEYER gilt unsere höchste Anerkennung. Das Vorbereiten der Ausstellungsblätter, der Transport der Sammlungen, das Versicherungsrisiko etc. – all das ist alles andere als selbstverständlich. Wir wissen das zu schätzen und haben unseren Ausstellern als kleines Dankeschön ein Gratis-Exemplar der Festschrift zukommen lassen.

Heinrich MIMBERG, Angelo TERUZZI, Neumitglied Adriano BERGAMINI,
Klaus WEIS und Giovanni NEMBRINI vor den Rahmen des DASV-Salons.

Als ideale Ergänzung zum DASV-Salon lud die von unserem Vorstandsmitglied Michael DICK hervorragend gestaltete Non-Stopp-Powerpoint-Präsentation in einem gesonderten Sitzbereich zum Verweilen ein. Auch diese Initiative mit Anschaffung eines extra großen Bildschirms darf als gelungen betrachtet werden und bietet Optionen für die Zukunft. In unmittelbarer Reichweite befand sich darüber hinaus der DASV-Stand mit gemütlichen Sitzbereich und kostenlosen Kaltgetränken im Angebot.

Dieter MICHELSON sagt hin und wieder: „der DASV sei so etwas wie die Royal Philatelic Society London von Deutschland“. Es gibt sicherlich einige Parallelen, aber ehrlich gesagt möchten wir uns nicht auf eine Ebene mit der Royal stellen, denn uns fehlt ein Hauptquartier wie die No. 41 Devonshire Place. Der DASV hat also eigentlich gar kein richtiges Zuhause. Der Vereinssitz ist nominell in Frankfurt, faktisch beim Präsidenten. Unsere „Spielwiese“ ist und bleibt hoffentlich noch lange Zeit in Sindelfingen, wo die alljährlich stattfindende „Postgeschichte live“ im Rahmen der Briefmarkenbörse eine hervorragende Plattform bietet. Das war auch in diesem Jahr der Fall und wir konnten die erwartet guten Rahmenbedingungen für die gebotene Darstellung diverser Bausteine zum DASV-Jubiläum vorfinden.

Der „Große Festabend des DASV“ stellte sich in diesem Jahr etwas anders dar, als es die meisten von uns aus der Vergangenheit gewohnt sind. Bei Einlass in den Festsaal wurden die Gästen aus Nah und Fern von Ehrenpräsident Heinz OHLER mit Gattin und von meiner Frau Sabine und mir persönlich begrüßt. Dazu wurde für den Einstieg in diesen besonderen Abend ein Gläschen Sekt angeboten. Die Freude über das persönliche Wiedersehen – hier mit dem Ehepaar Renate und Christian SPRINGER zeigt das nebenstehende Foto auf eindrucksvolle Weise.

Den internationalen Charakter der Veranstaltung belegen die zahlreichen Gäste aus Belgien, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Ungarn.

Patrick MASELIS, der Präsident des Club de Monte-Carlo und designierte Präsident der Royal Philatelic Society London machte ebenso seine Aufwartung wie nach dem Jahre 2012 wieder einmal eine starke Delegation der Associazione Italiana di Storia Postale mit ihrem Vizepräsidenten Frederico BORROMEO, Lorenzo CARRA und dem „frischgebackenen“ A.I.E.P.-Präsidenten Dr. Thomas MATHÁ.

 

Den deutlich mehr als 110 Gästen war schon durch die besondere Tischordnung Rechnung getragen: zwei parallel gestellte lange Tafeln, flankiert von jeweils drei runden 10er-Tischen vermittelten eine bis dato nicht gekannte Raumsituation. Am Ende der Tafeln fand sich der Platz für das Rednerpult und die musikalische Unterhaltung.

Weitere Impressionen zum DASV-Festabend:

Festansprachen und Grußworte von Uwe DECKER für den BDPh, Dr. Hadmar FRESACHER für Österreich, Hans SCHWARZ für die Schweiz und Patrick MASELIS für die RPSL und das Harfenduo „Harpalando“, deren Spiel den würdigen Rahmen der Veranstaltung förderte.

Neben der Anwesenheit so vieler verdienter Freunde, altbekannter wie auch neuer Mitglieder aus dem In- und Ausland war es eine ganz besondere Freude, unsere Ehrenmitglieder Ute BRUNNERT, Dr. Heinz JAEGER, unseren langjährigen Sekretär Dieter HUTTERER und unseren Ehrenpräsidenten Heinz OHLER begrüßen zu dürfen. Die Präsenz all der genannten wie auch der nicht genannten Personen zeigt den besonderen Stellenwert des DASV und die hohe Akzeptanz der aktuellen Vereinsentwicklung.

Ein gut gelaunter Thomas HÖPFNER moderierte den DASV-Festabend in einer sympathisch gekonnten Art und Weise. Das Bild rechts zeigt Georges SCHILD nach der wichtigen Ehrung mit der SAVO-Plakette 2016 für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Postgeschichte, insbesondere für die tiefgreifende Forschung zur Kriegsgefangenenpost vom Siebenjährigen Krieg bis zum zweiten Weltkrieg und zu den Schweizer Ganzsachen, für diesbezügliche Publikationen und Sammlungen.

Die selten verliehene Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette 2016 ging an Patrick MASELIS, den Präsidenten des Club de Monte-Carlo und designierten Präsidenten der Royal Philatelic Society London sowohl in seiner Eigenschaft als internationale Führungskraft der Philatelie, für herausragende Leistungen bei der Erforschung der Philatelie und Postgeschichte Belgiens inklusive Kolonien, wie auch für seine wirksame und umfassende Förderung der Postgeschichte. Das mit einem persönlichen Geschenk verbundene Dankeschön galt dem Laudator Dieter MICHELSON, der bereits die Laudatio zu der im Jahre 2014 an Chris KING verliehene Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette verfasst hatte.

Ein Dankeschön in Form eines attraktiven DASV-Tellers ging an Christoph GÄRTNER für die arbeitsintensive, hauseigene Realisierung und das generöse Sponsoring des 504 Seiten starken Grundlagenwerkes „Die Umgestaltung des deutschen Postwesens zwischen der Französischen Revolution (1792) und dem Wiener Kongress (1814/1815)“ des bekannten Autors und Vorphilatelie-Experten Horst DIEDERICHS, welches den Teilnehmern des DASV-Festabends zur Erinnerung an eine denkwürdige Veranstaltung  als Geschenk mit auf den Weg gegeben wurde.

 

 

Ein augenscheinlich rundum zufriedenes „Präsidentenpaar“ wird diesen außergewöhnlichen Abend sicherlich noch lange in Erinnerung behalten – ebenso wie die beiden Projektleiter der Messe Sindelfingen Martina KAISER und Jan BILLION (hier am Präsidententisch). Wie in der Fachpresse bereits festgestellt war diese Veranstaltung der gesellschaftliche Höhepunkt der Briefmarkenbörse Sindelfingen.

 

 

Auch das von mir bereits seit Jahren geleitete Symposium der „Postgeschichte live“ avancierte einmal mehr zu einer DASV-Veranstaltung. Trotz des zeitgleich stattfindenden A.I.E.P.-Kongresses – bei dem DASV-Mitglied Thomas MATHÁ zum neuen Präsidenten ge-wählt wurde – fanden sich zeitweise über 50 Gäste ein, um den kompetenten Vorträgen von Hans-Michael KRUG, Georg MEHRTENS und Paul WIJNANTS aufmerksam zu folgen. Die starken Besucherzahlen und die ungebrochen gute Qualität der Vorträge belegen die Bedeutung des Symposiums als wichtigen Baustein der „Postgeschichte live“. Die Vielfalt der behandelten Themen geben neue Impulse und Anregungen, selbst wenn sich der Gast nicht sofort mit seinem eigenen Sammelgebiet in einem Vortrag wiederfindet.

Die „Internationalen deutschen Meisterschaften der Postgeschichte“ brachten einen „Posthorn-Segen“ für DASV-Mitglieder. Allen mehr oder minder Erfolgreichen meinen Glückwunsch. Das Niveau der Exponate war hoch und den Ambitionen dieser Veranstaltung würdig. Die Ergebnisse sind im weiteren Rundbrief nachzulesen.

Um die Auswahl und die Vergabe des mit 250.– € dotierten DASV-Literaturpreises kümmerte sich erstmals hauptverantwortlich DASV-Vizepräsident Thomas HÖPFNER. Als Ressortleiter der Bundesstelle Ausstellungswesen und internationaler Juror hat sich Thomas HÖPFNER für diese Aufgabe geradezu prädestiniert.

Die Wahl fiel in diesem Jahr auf das hervorragend gelungene Werk „Österreichische und ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern 1782 – 1880 Band II: Konsulatsposttarife, Auslandsposttarife (1836, 1844, 1851) je mit internationalen Korrespondenzen, Postverträge, DDSG, Lloyd“ von Dr. Gertlieb GMACH, welches sicherlich in Bälde zur Standardliteratur dieses Sammelgebietes gehören wird.

Bei dem im Rahmen der Briefmarkenbörse in Sindelfingen erstmals ausgerichteten Literaturwettbewerb der Arbeitsgemeinschaften im Rang 1 erzielte der DASV eine Gold-Medaille für die DASV-Rundbriefe der Jahrgänge 2014/2015 und Großgold mit Ehrenpreis – sprich den Klassensieg – für das DASV-Postvertragsprojekt. Eine erneute Bestätigung für die hervorragende Arbeit der Verantwortlichen, denen ich an dieser Stelle hierzu ausdrücklich gratulieren möchte. Im Bild von links R. BUSCHHAUS und Michael LENKE bei der Ehrung durch Ausstellungsorganisator Alfred SCHMIDT für die DASV-Website www.postvertraege.de.

Die im Zusammenhang mit dem DASV-Jubiläum initiierte Sponsoring-Aktion brachte bis dato 8.606,60 €. Die Jubiläumsaktivitäten konnten somit finanziert werden. Der Überschuss wird voraussichtlich zu großen Teilen in das Postvertragsprojekt investiert werden.

Mein persönliches Ziel wurde zwar nicht ganz erreicht, aber das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen. Bemerkenswert finde ich insbesondere die Vielzahl der Sponsoren, die für die Solidarisierung und die Identifizierung unserer Mitglieder mit den Ambitionen unseres Vereins sprechen. Bei den Spendern handelt es sich um die nachfolgend genannten DASV-Mitglieder oder verbundenen Organisationen, bei denen ich mich auf diesem Weg nochmals ausdrücklich bedanken möchte. Als kleines Dankeschön wurde auch hier ein Gratis-Exemplar der Festschrift überlassen.

Vielleicht findet sich ja noch der ein oder andere generöse Zeitgenosse. Sollte die fünfstellige Schwelle erreicht sein, werde ich nochmals berichten.

Ihr
Klaus Weis
Präsident des Deutschen Altbriefsammler-Vereins e.V.