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Internationale Briefmarkenbörse Sindelfingen 2017 - Postgeschichte Live

Kaum zurück aus London ging es weiter zu den postgeschichtlichen Tagen anlässlich der Briefmarkenbörse in Sindelfingen. Hier spielt der DASV seit vielen Jahren eine tragende Rolle und fungiert als Zugpferd der „Postgeschichte live“. Durch die Einladung gleichgesinnter internationaler philatelistischer Vereinigungen ergibt sich zwangsläufig eine Bereicherung der ohnehin schon hochklassigen Veranstaltung mit dem internationalen Symposium für Postgeschichte und dem Ausstellungswettbewerb um die „bronzenen, silbernen und goldenen Posthörner“ – der internationalen deutschen Meisterschaft der Postgeschichte. Dazu kümmert sich der DASV um ein niveauvolles Angebot für die Abendveranstaltungen.

So fuhr eine gutgelaunte Truppe am Donnerstagabend per gecharterten Bus ins „Culinarium“ nach Altdorf, um ein letztes Mal die kulinarische Kunst des Hauses genießen zu dürfen. Die Lokalität wird leider Gottes zum Jahresende aufgegeben. Nachfolger wird eine Bierkneipe, so dass uns diese Option für 2018 nicht mehr in dem für unsere Zwecke gewünschten Maße zur Verfügung stehen wird.

Besonderer Gast des DASV bei der „Postgeschichte live“ in Sindelfingen war in diesem Jahr die I.P.H.F. („International Postal History Fellowship“), eine internationale Vereinigung von Spitzen-Postgeschichtlern mit hochelitären Ambitionen.

Weitere Erläuterungen zu dieser auf zehn Personen begrenzten „Fellowship“ ließen sich beim DASV-Festabend bei einer kurzen Rede von James van der LINDEN (im Bild links mit Thomas HÖPFNER) in Erfahrung bringen.

Das freitägliche Symposium der „Postgeschichte live“ war exklusiv mit Referenten der I.P.H.F. besetzt. Mag es manchem vielleicht schwer gefallen sein, der Fülle an tiefgreifenden Informationen von Magister Klaus SCHÖPFER (Österreich) und Dr. Robert ABENSUR (Frankreich) zu folgen, so lockerte Dr. Thomas MATHÀ (Italien) in seiner bekannt eloquenten Art mit einem sozialphilatelistisch geprägten Vortrag das Symposium in idealer Weise auf. In der Rückschau lässt sich feststellen: ein gelungener, hochklassiger Vortrags-Mix bei einer erneut gut besuchten Veranstaltung. Auf ein Neues in 2018 …

Zurück zum DASV-Festabend, der in diesem Jahr unter dem Eindruck mehrerer besonderer Ehrungen stand: Zunächst wurde der als „Vielschreiber mit besonderem Stil“ bekannte, seit mehr als 25 Jahren auf höchstem Niveau aktive Schriftleiter der Arbeitsgemeinschaft Baden, Rainer BRACK aus Offenburg (im Bild unten), mit der SAVO-Plakette 2017 geehrt. Die von mir verfasste Laudatio ist im Rundbrief nachzulesen.

Auf Wunsch des gleichnamigen DASV-Ehrenmitgliedes wurde die neu geschaffene „Dr. Heinz Jaeger Medaille“ ebenfalls im stilvollen Rahmen des DASV-Abends verliehen. Bei den Glücklichen handelte es sich um die DASV-Mitglieder Eckart HORNBERGER und wiederum Rainer BRACK (und das unmittelbar vor seinem 75. Geburtstag). Zu all den Auszeichnungen wie auch zum Jubiläum meine herzlichen Glückwünsche.

„Versüßt“ wurde die immer wieder gut angenommene Abendveranstaltung im Hotel Mercure durch die preisgekrönte Violinistin Anja GERTER aus dem badischen Weingarten – einer früheren „Miss Baden-Württemberg“ mit Laufsteg-Erfahrung. Nach dem letztjährigen phantastischen Auftritt des Harfen-Duos „Harpalando“ eine erfolgreiche Fortsetzung zur Bereicherung des Festabends mit niveauvoller Live-Musik.

Die bezaubernde, virtuose Künstlerin glänzte dabei mit ihrem reichhaltigen Repertoire von klassischen bis hin zu modernen Stücken. So waren selbst Interpretationen zu aktuellen Songs aus den Hitparaden zu hören, welche teilweise als Hintergrund-Musik präsentiert wurden. Mein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang unserem generösen Mitglied Franz-Josef BRAND, der die komplette Gage der Künstlerin übernahm.

Der Höhepunkt des Abends war sicherlich die Verleihung der höchsten DASV-Auszeichnung – der Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette – an den weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannten Rumänien-Experten Fritz HEIMBÜCHLER RDP aus München.

Der „hochdekorierte“ Sympathieträger (in der Bildmitte) gehört zweifellos zu den europäischen Top-Philatelisten seiner Zeit. Beim DASV-Festabend wurde er über seine herausragenden philatelistischen bzw. postgeschichtlichen Forschungsergebnisse hinaus insbesondere als internationale Führungskraft für die Verbreitung und Förderung der Rumänien-Philatelie geehrt. Für Interessierte ist die von Thomas HÖPFNER verfasste Laudatio im weiteren Rundbrief nachzulesen.

Es geht fast schon „zum guten Ton“, dass zahlreiche DASV-Mitglieder beim Ausstellungswettbewerb um die internationalen deutschen Meisterschaften der Postgeschichte erfolgreich waren und eines der Posthörner mit nach Hause nehmen durften. All diesen „Wettkämpfern“ – ob in Sindelfingen oder anderswo – gehört unser Respekt, denn der Aufwand ist oftmals beachtlich und der Erfolg oder die Zufriedenheit mit dem Ergebnis nicht garantiert.

Der im Rahmen der Posthorn-Verleihung vergebene DASV-Literaturpreis ging in diesem Jahr an Hans-Joachim SCHWOON für sein Buch „Briefsammlungen im Königreich Hannover“. In seiner Laudatio erläuterte DASV-Vizepräsident Thomas HÖPFNER ausführlich und gut nachvollziehbar die Entscheidung für die Preisvergabe an das Erstlingswerk des Autors.

(Fotos Heinrich MIMBERG)

Klaus Weis  FRPSL
Präsident des Deutschen Altbriefsammler-Vereins e.V.

Ein unvergesslicher Auftritt des DASV bei der Royal Philatelic Society in London am 12. Oktober 2017

Text und Bilder: Wolfgang Maassen

Als Journalist tendiert man entweder leicht zu weitreichender Zurückhaltung oder zuweilen auch – wenn man sehr beeindruckt ist – zum Gegenteil. Letzteres ist hier der Fall, weil einfach das, was nicht nur der Berichterstatter, sondern auch bis zu 200 Besucher am 12. Oktober 2017 im altehrwürdigen viktorianischen Heim des Londoner Nobelvereins – er ist mit bald 150 Jahren der älteste der Welt! – erleben durften, selbst für britische Verhältnisse jedem Vergleich standhielt, gar übertraf.

Angesagt war ein sog. „13 Uhr-Display“. Also eine Ausstellung, die in den Räumen des Vereins, die zwar zahlreich, aber für Ausstellungszwecke sehr begrenzt sind, zu besichtigen war. Solche Displays finden monatlich mit wechselnden Themen statt. In der Regel sind es einzelne Aussteller, zuweilen auch Studiengruppen, die Auszüge aus ihren Sammlungen zeigen. Meist gibt es ein oder mehrere Blätter, seltener ein kleines Pamphlet, das der Besucher mitnehmen kann, um das Gezeigte noch besser einordnen zu können. Übliche Besucherzahlen liegen wohl bei 50 bis 100 Besuchern, wobei 100 schon eher die Ausnahme sind. Aber 150 oder gar noch mehr? Das gab es wohl noch nie.

Dieses Mal war alles anders, was sich auch in den Worten des früheren Präsidenten der RPSL, Frank Walton, widerspiegelte, der seinen Gesamteindruck in die Worte fasste: „The whole DASV display was truly wonderful! Another great day at the Royal” („Die gesamte DASV-Schau war wirklich wundervoll. Ein weiterer großer Tag für die Royal“).

Einer der Besucherräume der RPSL. Hier haben sich Philatelisten aus aller Welt schon immer wohl gefühlt.

Wenn man sich fragt, wie es dazu kommen konnte, muss man sicherlich etwas ausholen. Der DASV resp. sein Vorgängerverein, die 1933 gegründete SAVO, hatte bereits im Gründungsjahr sechs Mitglieder aus Großbritannien. Möglicherweise war dies eine Folge der Kontakte, die Heinrich Köhler nach England hatte: Er wurde zwar erst 1935 Mitglied der SAVO, war aber bereits 1932 mit der Zeichnung der „Roll of Distinguished Philatelists“ geehrt worden. Man kannte und schätzte ihn – in England (dort lebte auch seine älteste Tochter), aber auch bei der SAVO. Später kamen weitere britische Mitglieder dazu. Dann begann der Krieg und vieles ging auseinander, was vorher eng verbunden war.

Gruppenbild mit Damen: Die DASV-Reise- und Ausstellergruppe.

In den ersten Nachkriegsjahrzehnten waren es in der Regel einzelne deutsche Philatelisten, die ihre privaten Kontakte zu englischen Freunden und zur Philatelie Großbritanniens pflegten. Heute (Stand: 2016/17) bilden sie mit 131 Mitgliedern aus Deutschland die drittstärkste Mitgliedergruppe in der RPSL (noch vor Australien mit 93); die zweitgrößte Gruppe kommt aus den USA (308) und an erster Stelle stehen verständlicherweise die Briten selbst (901), die allerdings derzeit in der „Royal“, wie sie von ihren Mitgliedern liebevoll genannt wird, insgesamt nur noch 40 Prozent aller Mitglieder stellen. Heute hat die Royal Philatelic Society London etwas über 2200 Mitglieder.

Ein Foto für das Erinnerungsalbum: DASV-Präsident Klaus Weis mit Dieter Michelson, der – zeitnah zum Oktoberfest – deutsches Flair mit seiner bayerischen Kleidung einbrachte. Passend gekleidet auch seine Frau Birgit.

Das war nicht immer so, zumindest nicht in diesen Proportionen. Sie haben sich erst in den letzten Jahren deutlich in diese Richtung entwickelt. Der IBRA 1999 und 2009 sind gewisse „Anschubkräfte“ zu verdanken, sicherlich auch der regen und aktiven ArGe Großbritannien, besonders aber der Internationalen Briefmarken-Börse in Sindelfingen und den dortigen DASV-Aktivitäten. Dieter Michelson, Repräsentant der RPSL für Deutschland, verstand es geschickt, zwei „Königskinder“ zusammenzubringen. Und so war es auch 2017 fast schon Tradition, dass die RPSL mit einem eigenen Stand zur Messe in Sindelfingen dabei war, Mitglieder begrüßte und neue gewonnen werden konnten, die sich dann bei einem Empfang der RPSL, inszeniert und unterstützt vom Auktionshaus Heinrich Köhler, trafen. Es kam zusammen, was zusammen gehört.

Weltraritäten erwarteten sie – wie z. B. in den ersten beiden Rahmen zu sehen

Der beeindruckende Part der Messe in Sindelfingen, der Schwerpunkt Postgeschichte mit Forum, Ausstellungen und Goldenen Posthörnern, fasziniert seit Jahren zahllose Philatelisten im In- und Ausland. Das sprach die englische Philatelie an, die bereits bei vorhergehenden STAMPEX-Ausstellungen vielfach deutsche Aussteller einlud, sich zu beteiligen. Deutsche Philatelie – in England schon immer bestens gepflegt von der „Germany and Colonies Philatelic Society“ – war plötzlich wieder „in“. Allem „Brexit“ zum Trotz fokussierten vormalige RPSL-Präsidenten wie Brian Trotter, Chris King und Frank Walton, unterstützt von Bill Hedley und vielen anderen ihre Blickrichtung auf den Kontinent, zumal auf Deutschland. Klaus Weis erinnerte in seiner späteren Rede an das Jahr 2014, als die RPSL Gast und Partner bei „Postgeschichte live“ gewesen sei. Mit dem damaligen Präsidenten Chris King seien Joseph Hackmey, Alan Holyoake und viele andere angereist. Letzterer – und dies sei bis heute unvergessen – hielt einen beeindruckenden Vortrag über die ersten Briefmarken der Welt. „Dies war geradezu ein magischer Moment in der Geschichte unseres Vereins. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals nach einem Vortrag ‚standing ovations‘ gegeben hätte“, hob Weis hervor. 2014 wurden Chris King und zwei Jahre später Patrick Maselis während der Internationalen Briefmarkenbörse in Sindelfingen mit der bedeutendsten nicht jährlich verliehenen Ehrung des DASV, der „Prof. Dr. Hans A. Weidlich-Plakette“ für ihre internationale Führungsarbeit und philatelistische Forschung ausgezeichnet.

Schulter an Schulter drängelten sich Philatelisten an den Rahmen

Mit dem zuvor erwähnten nunmehrigen ersten „ausländischen“ neuen Präsidenten der RPSL, Patrick Maselis, kam erst recht Bewegung ins Spiel. Er lud den DASV persönlich ein, sich mit einer Briefmarkenschau bei der RSPL am Devonshire Place 41 zu präsentieren. Eine einmalige Gelegenheit, nicht nur neue Welten kennen zu lernen, sondern auch neue Freunde zu gewinnen.

 

Arnim Knapp (oben) war Schriftleiter des Ausstellungskataloges, André Schneider (links) von der Firma Heinrich Köhler gab ihm das Design.


Ergebnis: Ein wundervolles hochwertiges Produkt.

Der DASV bereitete diesen Auftritt fast schon generalstabsmäßig vor. Er lud seine Mitglieder zu einem längeren Wochenende nach London ein und er gewann 33 aus dem Kreise der Mitglieder, in bis zu zwei Rahmen jeweils ihre Kostbarkeiten zu zeigen. Die Namen der Aussteller liest sich wie das who is who der Philatelie. Folgend dem Ausstellungskatalog sind dies Christa Grobe, Joseph Hackmey, Erivan Haub, Eberhard Kleinert und Arnim Knapp, die einzelne Weltraritäten, wie man sie kein zweites Mal so zusammen sieht, in den Eröffnungs-rahmen zeigten. Mit dabei waren außerdem: Christian Auschra, Wolfgang Bauer, Dr. Thomas Berger, Prof. Dr. Mark Bottu, Dr. Martin Camerer, Dr. Heinrich Conzelmann, Franz Josef Günne-wig, Peter Heck, Fritz Heimbüchler, Jürgen Herbst, Thomas Höpfner,  Karlfried Krauss, Karl Louis, Patrick Maselis, Dr. Thomas Mathà, Friedrich Meyer, Dieter Michelson, Rolf Rohlfs, Michael Schewe, Werner Schindler, Alfred Schmidt, René Simmermacher, Christian und Renate Springer, Georg Størmer, Klaus Weis, Paul Wijnants und Dr. Hans Wilderbeek.

Robin Pizer (links) sprach für die RPSL das traditionelle Dankeswort,

 

Peter Cockburn (rechts) ergänzte dies mit seinen humorvollen Ausführungen

Es würde zu weit führen, jedes einzelne Exponat hier zu würdigen. Dies macht der speziell zu dieser Veranstaltung vom Auktionshaus Heinrich Köhler in edler werthaltiger Form produzierte Ausstellungskatalog weit besser. Die Welt der Philatelie, aber auch die verschiedenen Sammelansätze, wurden abgedeckt und dies derart interessant, dass von 13 bis 17 Uhr sich ständige faszinierte Besucher zwischen den Rahmenreihen fast schon drängelten, sich von den Ausstellern ihre Sammlungen erklären ließen und einfach nur begeistert waren, von dem, was sie dort erstmals zu Angesicht bekamen. Das war ein völlig anderes „feeling“, als man es bei herkömmlichen Ausstellungen gewohnt ist. Statt Rahmenwälder, die kaum ein Mensch besichtigt, waren es in London vielleicht nur 60 Rahmen, aber die fanden Anklang und Bewunderung. Ebenso der von André Schneider vom Auktionshaus Köhler gestaltete Hardcover-Katalog, der für jeden Besucher kostenlos war – solange der Vorrat reichte. Am Ende waren sie alle weg, denn jeder wollte natürlich ein Exem-plar dieses wertvollen Buches haben.
Traditionell beendete ein „vote of thanks“, ein Dankeswort eines RPSL-Mitgliedes eine solche Schau, dieses Mal gesprochen von Robin Pizer, der mit seiner Ansprache den Nerv der Zuhörer voll und ganz traf, als er u.a. ausführte:

„Die Broschüre, die dieses Display begleitet, ist hervorragend, indem sie auch die Geschichte der SAVO und deren Übergang in den DASV nach dem Zweiten Weltkrieg schildert. Eines möchte ich gerne ergänzen: Seit 1935 wird die SAVO-Plakette für besondere Verdienste um die postgeschichtliche Forschung verliehen  . . .  Diese SAVO-Plakette wurde bis heute erst zwei Briten, Robson Lowe 1948 und Fred Goatcher 2009, zuerkannt.

Die Publikation beschreibt nicht nur die Exponate, sondern ebenso die Biografien ihrer Aussteller. Wir sehen den Umfang der Forschung, der Sammlungen und der Publikationen von Artikeln und Bücher, die uns deutlich machen, welch starke Sammlergruppe hier zusammengekommen ist, um uns dieses außerordentliche, gar unglaubliche Display zu präsentieren.
Wir haben einige herausragende Höhepunkte aus zahlreichen weltbekannten Sammlungen zu Europa, aber auch zu Gebieten in anderen Teilen der Welt gesehen, die eine Periode von nahezu 350 Jahren abdecken, beginnend 1570 bis 1918. Ich versuche nicht, einzelne ‚Highlights‘ individueller Objekte der 34 Aussteller hervorzuheben, sondern sage nur, dass wir uns geehrt fühlen, solch außergewöhnliches Material bewundern zu dürfen und ich ende mit den Worten ‚Dankeschön für eine wunderbare Ausstellung‘.“

Patrick Maselis überreichte Dieter Michelson beste belgische Pralinen (links), den Dank des DASV drückte Klaus Weis mit dem DASV-Teller symbolisch aus

Angesichts solch überschwänglicher Worte hatte es RPSL-Präsident Patrick Maselis nicht schwer, in den Chor des Lobes einzustimmen und Klaus Weis, dem Präsidenten des DASV, die Erinnerungsplakette der RPSL für dieses Display unter dem großen Beifall der Zuschauer zu überreichen. Dieser bedankte sich gerührt und überreichte als Gastgeschenk einen Erinnerungsteller des DASV.

Was folgte, lässt sich kurz fassen, auch wenn es den Teilnehmern der Gruppe sicherlich gut im Gedächtnis blieb. Nachdem man zuvor schon die einzigartigen Bibliotheks- und Museumsräume bewundert und Kaffee und Tee im Begrüßungsraum sowie zahllose Gespräche genossen hatte, traf man sich dort erneut zu Wein und „fingerfood“, bevor man sich abends beim sog. „President’s Dinner“, einer Einladung von Patrick Maselis an seine über 80 Gäste, in einem noblen Restaurant wiedersah. Klaus Weis bedankte sich im Namen aller Gäste für diese wahrlich großzügige Geste, einmal mehr für den phantastischen Tag, an dem er zu seinem Erstaunen erlebt hatte, dass der viel beschäftigte Unternehmer Maselis es sich nicht nehmen ließ, selbst die Details des gewählten Menüs zusammenzustellen, den Wein persönlich auszusuchen und gar noch zahllose Kilos belgische Pralinen besorgt hatte. Weis rief die Gäste zu einem Applaus auf, der in dem mündete, was die Engländer gerne als „Standing Ovations“ bezeichnen. Patrick Maselis antwortete zutiefst gerührt, welch besonderes Erlebnis dieses Display für die RPSL gewesen sei und man sah ihm an, dass er es so meinte, wie er es sagte. Es war „ein großer Schritt in Richtung Internationalisierung des DASV“ brachte Dieter Michelson wenig später seine Einschätzung auf den Punkt. Es war aber auch, so könnte man ergänzen, eine große Öffnung der RPSL für die deutsche Philatelie.


„Standing Ovations“ für einen außergewöhnlichen Philatelisten: Patrick Maselis war zutiefst gerührt.

Auf einen Nenner gebracht: Es war eine vorbildliche Veranstaltung, die Modell für weitere sein kann, die allerdings auch viele „Väter“ hatte. Die angesprochenen Aussteller und Präsidenten beider Vereine, das Haus Heinrich Köhler, das die Ausstellungsdokumentation und die Gemeinschaftsplakate produzieren ließ sowie zum ersten Begegnungsabend in einen Pub einlud, last but not least ist Arnim Knapp hervorzuheben, der als Schriftleiter des Buches zum Display, unterstützt von Thomas Höpfner, sich verdient gemacht hat und wohl einer derjenigen war, der dem DASV-Vorstand die Notwendigkeit einer solchen Präsentation vor Augen geführt hatte. Knapps Rolle war aber weit bedeutender: Er hatte sich als Ausstellungsleiter um alle Aussteller gekümmert, Daten, Fakten, Exponate an Land gezogen, ein Job, den Eingeweihte häufig als „Schweinearbeit“ bezeichnen, die er sich gerne – und er strahlte angesichts des Erfolges mit anderen um die Wette – angetan hatte.

Nach dem Ausklang spätestens brauchte man Klaus Weis – er war vorher noch nie in England gewesen und für ihn eröffneten sich völlig neue und liebenswerte Welten – aber auch so manch anderen Mitreisenden nicht mehr zu überzeugen. England und die „Royal“ waren diesen Besuch mehr als wert.

Die DASV-Verantwortlichen Präsident Klaus Weis und der Organisator Arnim Knapp.

Unser Dank gilt Wolfgang Maassen, der bei der Veranstaltung in London anwesend war und diesen Text geschrieben und die Abbildungen hierzu beigesteuert hat – und allen Teilnehmern, die sich auf den Weg nach London zur RPSL begeben hatten.

 

 

 

 

 

Ergebnisse der DASV-Mitglieder bei der Postgeschichte Live 2017 in Sindelfingen
 

Gruppe 1: (Postgeschichtliche Sammlungen vor Gründung des Weltpostvereins mit Vormarkenzeit)


Goldenes Posthorn
Streuber, Hans-Otto
Aus Pfälzer Sicht: Die Pfalz und Frankreich im grenzüber-schreitenden Postverkehr (1822 – 1875)
Silbernes Posthorn
Delbeke, Claude
La Belgique et la poste maritime transatlantique 1830–- 1879 (fin U.P.G.)
Bronzenes Posthorn
Böttger, Lars
Die Geschichte des Angloamerikanischen Postvertrages vom 15.12.1848 –
Stepnicka, Dr. Heinrich    

 Pre-UPU Fahrpost in Lombardy and Venetia

   

Gruppe 2: (Postgeschichtliche Sammlungen vor Gründung des Weltpostvereins ohne Vormarkenzeit)


Goldenes Posthorn
Berganimi, Adriano
Die selbständige ungarische Postverwaltung (1.5.1867 – 30.6.1875) bis UPU
Silbernes Posthorn
Wightmann, Robert
Postgeschichte der Österr. Post- und Lloyd-Agenturen auf den Ägäischen Inseln
   

Gruppe 3: (Postgeschichtliche Sammlungen nach Gründung des Weltpostvereins)


Bottu, Dr. Mark Issue Albert I with Kepi (Kandidat)
Forster, Martin Die Gebührenzettel von Freudenstadt
   

Gruppe 4 + 5: (Stempelstudien, Marcophilatelie und Regionale und Heimatsammlungen)


Goldenes Posthorn
Weis, Klaus
Die Entwicklung der Ortsstempel im späteren Großherzogtum Baden 1723 – 1871
Silbernes Posthorn
Tschernatsch, Heimo
Bezirk Judenburg - Postbelege im Wandel der Zeit
   

Gruppe 6: (Historische Sammlungen und Spezialsammlungen)


Goldenes Posthorn
Baurecht, Günter
Die 8 Türkenkriege der Habsburger
Silbernes Posthorn
Mimberg, Heinrich
Der Feldzug des VIII. Bundes-Armeecorps von Frankfurt in den Vogelsberg und retour 1866
Böttger, Lars Retour, Parti, Inconnu
Schild, Georges Die Hilfe der Schweiz an vom Krieg getroffenen Zivilisten und an Kriegsgefangenen im 1. WK
   

Gruppe 7: (Postgeschichtliche 1-Rahmen-Sammlungen)


Silbernes Posthorn
Dorr, Ute
Der Orient-Express von und nach Konstantinopel in der Zeit von 1883 – 1914
Bronzenes Posthorn
Matha, Thomas
Postgeschichte und Archiv des Botanischen Gartens von Bologna
Wruck, Rolf-Dieter P. Transatlantico
Selig, Heinz Die Postexpedition der Familie Gerbracht (1828 – 1848)
Reith, Dr. Wolfgang Der Rhein war die Grenze
   

Gruppe 8: (Postgeschichtliche Literatur), 10 Teilnehmer


Goldenes Posthorn
Heß, Dr. Wolf
Kuba – Der Dreieckshandel, eine postgeschichtliche Betrachtun
Silbernes Posthorn
Schild, Georges
Die Internierung von ausländischen Militäreinheiten in der Schweiz 1859, 1891, 1916 – 1919, Band 1, zusammen mit Internierung von Militär- und Zivilpersonen in der Schweiz 1935 – 1946, Band 2
Dorr, Dr. Elmar Historische Streifzüge durch die Postgeschichte der Stadt Neustadt an der Haardt – Von den Anfängen bis zur bayerischen Post
   

Der DASV-Literaturpreis 2017 wurde in Sindelfingen vergeben an

Schwoon, H.-Joachim Die Briefsammlungen im Königreich Hannover