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Der DASV
Die Präsidenten des Deutschen Altbriefsammler-Vereins und seiner Vorgänger
Anton Baron Kumpf von Mikuli, geboren 8. April 1879 in Kaplitz (Böhmen), verstorben am 15. Oktober 1968. Major-Intendant einer Schützendivision im 1. Weltkrieg, danach trat er in den Ruhestand und beschäftigte sich intensiv mit der Philatelie. Er gilt als der Pionier des Altbriefsammelns bzw. der sogenannten Vorphilatelie. Er betrieb intensiv die Gründung des alten SAVO bei der WIPA 1933 und wurde zum Vorsitzenden des SAVO gewählt. Kumpf-Mikuli war einer der ersten Philatelisten, der die Bedeutung der Postgeschichte erkannte. Autor des Grundlagenwerkes: „Neue Briefe über alte”. Er war Preisrichter bei vielen internationalen Ausstellungen und Autor von zahlreichen Veröffentlichungen zur Vorphilatelie.
Gerhard Sempf, Vorsitzender von 1. Juli 1941 bis März 1945. Geboren am 18. Februar 1890 in Ostpreußen. Sammelgebiet Preussen, Gebiet östlich der Weichsel. Vorsitzender des Briefmarkenvereins Königsberg. Mitgestalter der OSTROPA 1935. Erste Veröffentlichungen über die Stempel des Memelgebietes. Zusammen mit Hermann Deninger Begründer des SAVO, der Vereinigung der Altbriefsammler, 1941. Wurde dessen erster Vorsitzender bis zu seiner Flucht aus Königsberg. Fand eine neue Heimat in Weener an der Ems. Nach dem Wiederaufleben des Vereins unter dem Namen „Deutscher Altbriefsammler-Verein e. V. ” wurde er Schriftführer und Tauschobmann. Verstorben am 18. Mai 1956 nach kurzer, schwerer Krankheit.
Hermann Gustaf Stolterfoht, Vorsitzender von 5. Juni 1947 bis 20. August 1950. Geboren am 14. August 1879 in Lübeck, stammt aus einer alteingesessenen Kaufmannsfamilie. 1930 beging die Tuchhandlung Stolterfoht den 175. Jahrestag der Firmengründung. Hermann Gustaf Stolterfoht übernahm die Leitung des Hauses und führte das Unternehmen in das Jubiläumsjahr. H. G. Stolterfoht war ein begeisterter Philatelist und Sammler von Belegen der Hansestädte. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm er die Leitung des Deutschen Altbriefsammler-Vereins. Er verstarb plötzlich und unerwartet am 27. März 1953.
Dr. Georg Hopf, Vorsitzender von 20. August 1950 bis 16. September 1955. Geboren am 28. November 1896. In Nürnberg war er als Frauenarzt tätig. Von den frühen Anfängen an begeisterter Sammler von vorphilatelistischen Belegen und von Bayern. Mitglied des alten SAVO unter Kumpf-Mikuli. Gründungsmitglied des DASV 1941, wurde er 1943 zum wissenschaftlicher Leiter ernannt. Nach dem Krieg gehörte er wieder zum Führungspersonal. Gab das Amt des Vorsitzenden 1955 an Deninger weiter. Wurde zum Lehrmeister von Werner Münzberg in der Gestaltung der Rundbriefe. Mitverfasser am „Handbuch der bayerischen Poststempel“ von Karl Winkler. Verstorben am 25. Oktober 1967.
Hermann Deninger, Präsident von 16. September 1955 bis 26. August 1966. Geboren am 18. Oktober 1894 in Lorsbach im Taunus. Erlernte das Kürschnerhandwerk und übernahm die väterliche Firma, die bereits über mehrere Generationen bestand. Lernte in Berlin anlässlich einer Briefmarkenausstellung Gerhard Sempf kennen. Verantwortlich ab 1943 für die Rundbriefe. Suchte nach dem Krieg die ehemaligen Mitglieder und Betrieb den Wiederbeginn des DASV. Er pflegte gute Kontakte zu Politikern und Wirtschaftsfunktionären, erwarb sich große Verdienste um den Aufbau der Wirtschaft in der Nachkriegszeit. Funktionär in verschiedenen Wirtschaftsverbänden und Vereinigungen, Konsul von Monaco. Wurde 1955 zum DASV-Präsidenten gewählt, führte den Verein bis 1966. Gleichzeitig war er als Präsident des Bund Deutscher Philatelisten e. V. , des Landesverbandes Hessischer Philatelistenvereine und als Vorsitzender des Vereins für Briefmarkenkunde von 1878 Frankfurt am Main tätig. Erforschte die vorphilatelistischen Stempel, gab in mehreren Auflagen das Handbuch der „Abgekürzten Vorphilatelistischen Stempel” heraus. Verstorben nach einer Operation am 25. August 1967.
Professor Dr. Hans A. Weidlich, Präsident von 26. August 1966 bis 8. Mai 1982. Geboren am 25. November 1909 in Frankfurt-Höchst. Chemiker von Beruf. 1940 Dozent in Heidelberg, 1942 in Berlin. Abteilungsleiter am Institut für Geschwulstkrankheiten. Als junger Student arbeitete er in den Semesterferien im Auktionshaus Heinrich Köhler in Berlin. Nach 1945 Leiter der Patentabteilung bei Boehringer Ingelheim. 1956 Professor in Mainz. Mitglied im DASV seit 1948. Im Vorstand als 2. Schriftführer ab 1957 tätig, als Rundsendeleiter von 1961 bis 1964. Wurde 1966 zum Nachfolger von Deninger gewählt, führte und prägte den Verein über 16 Jahre. 1982 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Arbeitete permanent am Rundbrief mit. Schrieb über die altdeutschen Postscheine zahlreiche Werke – einige Themen waren zwar vorbereitet, konnten aber nach seinem Tode nicht veröffentlicht werden. Verstorben am 17.  Mai 1988.
Professor Carlrichard Brühl, Präsident von 8. Mai 1982 bis 4. Mai 1985. Geboren am 23. Februar 1923 in Frankfurt. Historiker für mittelalterliche Geschichte. Mitglied des DASV seit 1974. International anerkannter Philatelist, mit Sammlungen zu Württemberg und Preußen. Mitautor am Handbuch der Württemberg-Philatelie. Autor der zweibändigen „Geschichte der Philatelie”. Verstorben am 25. Januar 1997.
Ulrich Brunnert, Präsident von 4. Mai 1985 bis 5. April 1997. Geboren am 10. Februar 1924 in Gnoien, Mecklenburg. Mitglied des DASV ab 1968, 1973 zweiter Sekretär, 1976 zweiter Schatzmeister, 1982 stellvertretender Präsident. Übernahm das Amt des Präsidenten in einer schwierigen Phase des Vereins und leitete eine neue Aufwärtsentwicklung ein. Sein Sammelgebiet war die Postgeschichte von Mecklenburg-Schwerin, zahlreiche Veröffentlichungen darüber in den Rundbriefen. Er fand in seiner Frau Ute Maria große Unterstützung und Interesse an der Philatelie. Frau Brunnert leitete jahrelang den DASV-Rundsendedienst. Verstorben ist Ulrich Brunnert am 11. Februar 2013.
Dr. Klaus Meyer, Präsident von 5. April 1997 bis 1. April 2000. Geboren 27. Juli 1932, Studium der Pharmazie, Promotion zum Dr. rer. nat., Apotheker in Oelde i. Westfalen. Ehrenamtliche Tätigkeit in Berufsorganisationen. Briefmarkensammler seit dem 6. Lebensjahr. Aufbau einer Sammlung „Desinfizierte Post – Geräucherte Briefe”. Zu diesem Sammelgebiet verfasste er mehrere Beiträge in verschiedenen Publikationen. Beteiligungen bei Ausstellungen, National Gold und International Groß-Vermeil. Bei der Naposta 1993 in Dortmund Teilnahme im Ehrenhof, Goldmedaille. Mitglied im DASV seit 1967, Mitarbeit im Vorstand ab 1990. Aus gesundheitlichen Gründen legte er das Amt des Päsidenten im Frühjahr 2000 nieder. Verstorben am 29. Juni 2016.
Heinz Ohler, Präsident von 1. April 2000 bis 1. Juli 2006. Geboren am 19. August 1933 in Heidenheim/Brenz. Studium der Philologie (Englisch/Sport) in Köln. Mitglied im DASV seit 1975, 1990 Schatzmeister, 1997 Vizepräsident, von 2000 bis 2006 Präsident, seither Ehrenpräsident. In seine Zeit fiel die Einrichtung einer DASV-Homepage. Die Interessen des DASV vertrat er mehrere Jahre als 2. Vorsitzender im Verband für philatelistische Arbeitsgemeinschaften (VPhA) und ein Jahr als 1. Vorsitzender. In dieser Periode wurden die Fortbildungsseminare für postgeschichtlich interessierte Sammler eingeführt. Auch entstand dabei der „Leitfaden für postgeschichtliche Sammlungen“ von Arnim Knapp – ein nützliches Büchlein, initiiert und finanziert in Kooperation mit dem VPhA. Heinz Ohlers Sammelleidenschaft galt der Postgeschichte der Stadt Köln. Zu diesem Thema hat er mehrere Veröffentlichungen in den DASV-Rundbriefen verfasst. Prämiert wurde die Sammlung 1991 in Sindelfingen mit dem goldenen Posthorn. Ihren Niederschlag fand die Sammlung in dem von Dr. Peter Ditgen 1998 herausgegebenen Buch „Illustrierte Kölner Postgeschichte“. Besonders erfolgreich war er jedoch bei der Regelung seiner Nachfolge.
Klaus Weis, Präsident seit 1. Juli 2006, geboren am 30. Juli 1961 in Karlsruhe, Kriminalhauptkommissar. Aussteller badischer Postgeschichte (Grand Prix National 2001 in Schwalbach, FIP Groß-Gold in Bangkok 2003 und Valencia 2004, „Großer Preis der Postgeschichte” in Sindelfingen 2004). Diverse Publikationen in der „Philatelie” und weiteren Fachzeitschriften. Träger der Prof. Dr. Carlrichard Brühl-Medaille (2009). Organisator und Veranstaltungsleiter des Baden-Salons 2006 im Karlsruher Schloss. Organisation und Durchführung bundesweiter Fortbildungsseminare für postgeschichtlich orientiere Wettbewerbsaussteller. Nach dreijähriger Amtszeit als DASV-Vizepräsident Übernahme der Präsidentschaft am 1. Juli 2006 im „zarten philatelistischen Alter” von 44 Jahren. Klaus Weis prägte den DASV bislang insbesondere durch die Neuausrichtung des Vereines im „digitalen Zeitalter” durch die Unterstützung und Förderung der „Postgeschichte live” am Standort in Sindelfingen und durch die Belebung und Ausweitung internationaler Verbindungen zu gleichgesinnten philatelistischen Organisationen.