Startseite  Pfeil  Übersicht Kleine Postgeschichten Pfeil  Kleine Postgeschichten 024
Kleine Postgeschichten 024
Drei unterschiedliche Währungen für einen Brief nach Gibraltar

Zum Hintergrund:
„The Rock“ ist vielleicht die seltenste innereuropäischen Destination überhaupt. Von den altdeutschen Staaten sollen bislang nur zwei Belege nach Gibraltar bekannt geworden sein. Nach der britischen Kronkolonie existierten zwei Postrouten. Die eine ging über den Kanal und deckte das Gros des Postverkehrs ab, der natürlich vom Mutterland England kam. Die alternative Route lief über Frankreich und Spanien. Das geringe Postaufkommen wurde auf dem spanischen Festland im Postbüro von San Roque aufgeliefert. Für den Botengang nach dem nur 6 km² großen Territorium kam gemäß einer britischen Staatsschatzanweisung vom 06. September 1858 eine Gebühr von 1 d in Ansatz, welche sich jedoch ausschließlich auf eingehende Post auf dieser Route bezog.

Bitte klicken Sie auf das Dokument, um es in voller Größe zu sehen

Näheres zur Postroute:
Dieses für das Großherzogtum Baden einmalige Belegstück nach Gibraltar aus dem Jahr 1864 wurde auf dem Landweg über Frankreich und Spanien gesandt. Von Mannheim (28.11.) via Kehl – Straßburg (29.11.) –  Paris wurde der Brief vermutlich im Paketschluss zwischen Bayonne und Irun ausgewechselt und im Anschluss über Madrid und Sevilla nach San Roque (05.12.) geleitet. Die Weiterbeförderung nach Gibraltar (05.12.) erfolgte noch am gleichen Tag, so dass das Schreiben exakt eine Woche Laufzeit benötigte.

Tarifliche Behandlung:
Aufgrund der bestehenden Statuten galt Grenzfrankozwang(1) bis zur französisch-spanischen Grenze. Den spanischen Anteil bis San Roque in Höhe von „4 R“ (= 4 Reales)(2) wie auch der für das letzte Teilstück bis Gibraltar verlangten 1 Penny war vom Empfänger zu begleichen.

Badisches Franko 3 Kreuzer  
Französischer Anteil   12 Kreuzer (3)
Spanischer Transit 4 Reales  (vom Empfänger)
Englisches Porto 1 Penny  (vom Empfänger)